Auf der letzten Meile!

Presseinformation der Steuerungsgruppe Lahn-Dill-Breitband-Initiative

Dass eine kommunale Initiative im ländlichen Raum sich auf den Weg macht, um ein eindeutiges Marktversagen auszugleichen, ist ja nicht alltäglich. Dass dabei aber außerordentlich viele Hindernisse überwunden werden mussten, das hatte die Steuerungsgruppe der Lahn-Dill-Breitband-Initiative (LDBI) um Landrat Wolfgang Schuster nicht erwartet.

In der Bürgermeister-Dienstversammlung vor in paar Tagen übernahm Klaus Bernhardt, der Geschäftsführer der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH die Aufgabe, den aktuellen Sachstand im Lahn-Dill-Kreis zu erläutern. Klaus Bernhardt, der auch Projektleiter der LDBI ist, konnte berichten, dass das europaweit ausgeschriebene Interessenbekundungsverfahren für den Vollausbau des Lahn-Dill-Kreises mit schnellem Internet abgeschlossen sei.

Zwei Firmen, denen er die Leistung auch zutraue, hätten sich gemeldet. Sie bekämen jetzt die Leistungsverzeichnisse, um damit bis Mitte März konkrete Angebote mit belastbaren Zahlen abgeben zu können. In das umfangreiche Verfahren habe die Steuerungsgruppe die Erfahrungen aus dem Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf nutzen können. Dort laufe der Ausbau seit August 2013 mit guten Ergebnissen. Mit dem Nachbarn im Westen, dem Kreis Limburg-Weilburg sei die Zusammenarbeit ähnlich eng. Deren Vorsprung betrage etwa vier Wochen.

Wenn es jetzt keine großen Verzögerungen mehr gäbe, dann könne Anfang Juni die Vertragsunterzeichnung stattfinden und ab Juli gebaggert werden.

Unabdingbare Voraussetzung dazu sei aber, so erläuterte Hermann Steubing als Vertreter der beteiligten 21 Städte und Gemeinden in der Steuerungsgruppe, dass bis Anfang Mai in allen Parlamenten die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Kommunen und dem Kreis beschlossen worden sei. Sie werde zur Zeit vorbereitet und enthalte nach dem Vorliegen der Zahlen aus den Angeboten auch die jeweilige Beteiligung der Kommunen an dem Zuschuss, der für das Schließen der Deckungslücke notwendig sei. Eine Arbeitsgruppe der Bürgermeister habe, so Steubing weiter, den Verteilungsschlüssel vereinbart, der auch bei dem Treffen in Wetzlar so akzeptiert wurde.

Dies sei nur möglich gewesen, weil der Kreistag eine fünfzigprozentige Beteiligung bis zu 6 Millionen Euro Ende letzten Jahres mit großer Mehrheit beschlossen habe, betonte Landrat Wolfgang Schuster. Er gehe davon aus, dass außer Wetzlar und Lahnau (dort macht es die Telekom allein) alle mitmachen würden.

Mit etwas Glück werde sich auch das Land Hessen aus EU-Mitteln an dem Breitbandprojekt beteiligen. So könnten möglicherweise die Lasten zu je einem Drittel auf drei Schultern verteilt werden. 
„Interkommunale Projekte werden wir gerne unterstützen.  Damit erreichen wir für alle Kommunen finanzierbare Lösungsmöglichkeiten. Alleingänge müssen auch alleine getragen und finanziert werden“, so Landrat Schuster.

Hermann Steubing
Bürgermeister i.R. und
Mitglied der Steuerungsgruppe LDBI

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