Behinderte in Betriebe integrieren

Landrat Schuster übernimmt Schirmherrschaft

Dillenburg (kaw). Landrat Wolfgang Schuster (SPD) ist Schirmherr für die sogenannte Betriebsintegrierte Beschäftigung (BIB) der Lebenshilfe Dillenburg. Dahinter verbergen sich Außenarbeitsplätze in heimischen Betrieben für Mitarbeiter der Dillenburger Werkstätten.

Seit einigen Jahren bieten Unternehmen und Handwerksbetriebe in der Region Menschen mit Behinderung die Chance mitzuarbeiten. Seit Januar 2013 hat sich sich die Zahl sogar verdoppelt: 28 Mitarbeiter der Dillenburger Werkstätten sind in anderen Firmen angestellt.

Behinderte Menschen verändern das Betriebsklima

Damit soll aus Sicht der Lebenshilfe die Grenze noch nicht erreicht sein. Mit dem Landeswohlfahrtsverband (LWV) sei als Ziel vereinbart worden, bis Ende 2016 insgesamt 36 Plätze für BIB im nördlichen Lahn-Dill-Kreis zu schaffen, erläuterte Ralf Turk, Leiter der Dillenburger Werkstätten, bei einem Besuch beim Landrat im Kreishaus I.

Derzeit sind die 28 Frauen und Männer in verschiedenen Branchen in Arbeitsverhältnissen. Im Handwerk, in der Industrie wie auch in Handels- und Dienstleistungsbetrieben wie beispielsweise in einem Hotel und in einem Schwimmbad sind sie beschäftigt. "Von dort haben wir bisher durchweg positive Rückmeldungen erhalten", berichtete Sabine Schneider, die bei der Lebenshilfe Ansprechpartnerin für BIB ist. "Unsere Leute verändern das Betriebsklima", freute sich Turk.

Für Menschen mit Behinderung gibt es seit vielen Jahren die Möglichkeit, außerhalb der Dillenburger Werkstätten zu arbeiten, aber weiterhin Mitarbeiter der Werkstatt zu bleiben. Ihren Lohn erhalten sie vom beschäftigenden Unternehmen. Allerdings konnten sie vor Ort nur sehr eingeschränkt betreut werden - die Finanzierung gab nicht mehr her, sagte Lebenshilfevorstand Dirk Botzon.

Anfang 2013 sei jedoch dieses Arbeitsfeld durch den LWV neu strukturiert worden. Seitdem habe sich die Zahl der BIP-Plätze auf 28 verdoppelt. "Unsere Leute nehmen niemandem die Arbeit weg, diese Leistungsfähigkeit haben sie gar nicht", sagte Turk. Vielmehr, ergänzte Botzon, könnten sie die anderen Mitarbeiter entlasten, so dass diese wieder ihren Kernaufgaben nachgehen könnten.

Die Schirmherrschaft für die BIB der Lebenshilfe Dillenburg hat Landrat Schuster übernommen, um diese Art der Arbeitsplätze für Menschen mit einer Behinderung stärker in die Öffentlichkeit zu stellen. Der Lahn-Dill-Kreis ist dabei selbst Partner der Lebenshilfe: In der Oberschelder Schelderwaldschule unterstützt ein Mitarbeiter der Werkstätten den Hausmeister.

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