Betriebskommission der Fortuna tagt u. a. zur Sicherheitsfrage: Vorübergehende Schließung zwingend erforderlich - Übernahme des Besucherbergwerks durch den Förderverein wird geprüft

Wetzlar/Dillenburg, 12. Mai 2010

Die Sperrung des Unter-Tage-Besucherbereiches und alternative Angebote über Tage waren die Themenschwerpunkte der jüngsten Sitzung der Betriebskommission der Grube Fortuna. Landrat Wolfgang Schuster und die Betriebsleitung des Besucherbergwerks nutzten die Versammlung unter Vorsitz des Ersten Kreisbeigeordneten Wolfgang Hofmann, um detailliert über alle Umstände zu informieren, die zur Schließung des untertägigen Bereiches geführt haben.

Ausgangspunkt war demnach ein Bescheid der Bergaufsicht des Regierungspräsidiums Gießen aus dem Jahre 2008, der erstmals den bestehenden Ausstieg über das so genannte Wetterüberhauen (110-Meter-Leiter) als für Besucher ungeeignet einstuft. Gefordert wird stattdessen ein Notausgang mit mechanischer Befahrung über das Wetterbohrloch. Die daraufhin im Frühjahr 2009 eingeleiteten Arbeiten durch ein Bergbau-Spezialunternehmen mussten jedoch vorzeitig eingestellt werden. Eine spätere Kamerabefahrung bestätigte, dass sich u. a. aufgrund brüchiger Rohre und starken Wassereinbruchs das Bohrloch nicht als Notausstieg eignet. Allein die Vorarbeiten am Wetterbohrloch kosteten rund 20.000 Euro.

„Als der technische Betriebsleiter der Grube Fortuna Ende des vergangenen Jahres erklärte, dass er wegen der ungeklärten Rettungswegesituation keine Verantwortung mehr übernehmen kann, gingen bei mir alle Alarmglocken an“, erklärte Wolfgang Schuster. Kein Verständnis hat der Landrat dafür, dass der Förderverein Grube Fortuna trotz der Erkenntnisse aus den Untersuchungen des Wetterbohrlochs weiterhin an dieser Variante festhält. Ein Fachgespräch unter Beteiligung des Regierungspräsidiums am 26. Mai 2010 soll zur Klärung dieses Sachverhaltes beitragen.

Vor den Mitgliedern der Betriebskommission stellte Schuster unmissverständlich klar: „Die Fortuna ist kein Bergwerk für Bergmänner, sondern ein Bergwerk für Besucher. Ein schlüssiges Sicherheitskonzept ist deshalb unumgänglich.“ Das Gutachten der Deutschen Montan Technologie GmbH (DMT), über das fälschlicherweise berichtet wurde, es läge bereits vor, ist noch in Arbeit; eine Begehung durch die Fachleute hat stattgefunden.

Das kleine Bergbaumuseum im Zechenhaus wird schon ab Pfingsten wieder unentgeltlich zur Verfügung stehen, auch werden die Außenschmiede der Fortuna sowie der bergbaukundliche Lehrpfad rund um das Fortuna-Gelände in Stand gesetzt.

Des Weiteren wurde die Betriebskommission darüber informiert, dass der Förderverein Besucherbergwerk Grube Fortuna e.V. angeboten hat, die Führung des Besucherbergwerks einschließlich der bergrechtlichen Verantwortung zu übernehmen – laut Aussage des Fördervereinsvorsitzenden wird dabei keine Zusammenarbeit mit dem Lahn-Dill-Kreis, sondern eine Übernahme vom Kreis in Eigenregie angestrebt. Dieses Angebot wird derzeit seitens des Lahn-Dill-Kreises auf seine Umsetzbarkeit hin geprüft.

Wolfgang Schuster
Landrat

Zurück