SPD und Lebenshilfe Dillenburg einig: Einheitliche Standards in Hessen

Haiger. Wie kann das Ende 2016 in Berlin verabschiedete Bundesteilhabegesetz praktisch umgesetzt werden? „Das Land Hessen muss endlich in die Pötte kommen und die Weichen für die Umsetzung stellen. In fast allen anderen Ländern ist das längst passiert,“ sagte Landrat Wolfgang Schuster (SPD) bei einem Besuch der SPD-Kreistagsfraktion in der Haigerer Reha-Werkstatt. Folge der Untätigkeit des Landesgesetzgebers sei eine breite Verunsicherung bei allen, die sich mit dem Thema befassen. Mitglieder der SPD in Kreistag um den Fraktionsvorsitzenden David Rauber und Stellvertreterin Cirsten Kunz besuchten mit SPD-Kreisausschussmitgliedern, an der Spitze Landrat Wolfgang Schuster, die Einrichtung der Lebenshilfe Dillenburg. Die Werkstatt Haiger hat den fachlichen Schwerpunkt psychische Erkrankung und Suchterkrankung.

Kreissozialdezernent Stephan Aurand verwies auf die jahrzehntelange enge Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Dillenburg bei der Betreuung von Menschen mit Behinderung. Vieles werde sich auf Grundlage des Bundesteilhabegesetzes ändern. Aurand nannte beispielhaft die Aufgabe der Unterscheidung zwischen ambulanten, teilstationären und stationären Hilfsangeboten. „Diese tiefgreifenden Veränderungen brauchen dauerhaft verlässliche Strukturen,“ sagte Fraktionsvorsitzender David Rauber. Im Kreistag hatte sich deshalb eine breite Mehrheit für eine Initiative der SPD gefunden, die sich für eine Beibehaltung der bewährten Strukturen mit den Zuständigkeiten bei Landkreis und Landeswohlfahrtsverband  ausspricht. Lebenshilfe-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Raab unterstrich die Notwendigkeit klarer Regelungen mit hessenweit einheitlichen Standards und verwies auf die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Lahn-Dill-Kreis. Von einer breiten Unsicherheit angesichts der unklaren Lage in Hessen berichtete Lebenshilfe-Vorstand Dirk Botzon.

Bei der anschließenden Führung von dem Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Raab und der Leiterin der Werkstatt Monika Mundt durch die verschiedenen Bereiche der Reha-Werkstatt überzeugten sich die SPD-Mitglieder von dem breiten Angebot. Lebenshilfe-Vorstände Dirk Botzon und Oliver Schmitzer hoben die Teilnahme der Reha-Werkstatt am normalen wirtschaftlichen Betrieb hervor: Die Werkstatt ist Zulieferer namhafter heimischer Unternehmen.

Die Landtagskandidatin der SPD, Cirsten Kunz, lobte abschließend vor allem das Konzept der Inklusion, durch den eigenen Laden und die Offenheit der Reha-Werkstatt wird vor allem Begegnung geschaffen. Das sei die eigene Übersetzung des Begriffs der Inklusion, wie der Bereichsleiter der Reha-Werkstätten, Ralf Turk, abschließend betonte.

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