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Lahn-Dill-Kreis

Lahn-Dill-Kreis setzt auf den regenerativen Energieträger Holz

Erste Pelletheizung in der Grundschule Steindorf-Albshausen in Betrieb genommen

Wetzlar/Dillenburg, 30. Oktober 2008
"Wenn es um Klimaschutz und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen geht, sind nicht nur gute Ratschläge, sondern Taten gefordert", so Landrat Wolfgang Schuster anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme der ersten holzgefeuerten Heizungsanlage in einem Gebäude des Lahn-Dill-Kreises.

Wo früher zwei 126-kW-Gaskessel heizten, genügt der energetisch sanierten Grundschule Steindorf-Albshausen heute eine 100 kW-Holzpelletheizung. Eine automatische Zufuhr versorgt die Anlage mit Pellets aus den insgesamt 11,7 Tonnen fassenden Silos. "Dies ist die erste von insgesamt neun Kesselanlagen, die wir bis 2010 auf den Brennstoff Holz umrüsten wollen", kündigte Wolfgang Schuster an. Dabei handele es sich fast ausschließlich um Schulgebäude, wie der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete Roland Wegricht feststellte. "Die Sanierungsarbeiten und der Austausch der Heizungsanlage an der Erich-Girolstein-Schule in Wetzlar-Hermannstein werden noch in diesem Jahr begonnen", so Wegricht.

Die von der Fachabteilung Bildung und Liegenschaften des Lahn-Dill-Kreises geleiteten Umrüstungen werden von der BioRegio-Holz Lahn begleitet. Das Anfang des Jahres ins Leben gerufene Gemeinschaftsprojekt der Kreise Lahn-Dill, Gießen und Marburg-Biedenkopf sowie der Stadt Marburg hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil regenerativer Energien in der Region durch den Einsatz moderner Holzfeuerungsanlagen zu erhöhen und damit einen Beitrag zur Verringerung des CO 2-Ausstoßes zu leisten. So werden allein durch die Modernisierung der Grundschule Steindorf-Albshausen jährlich rund 75,5 Tonnen CO 2-Emissionen eingespart. "Die Nutzung von Biomasse ist aber nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll", so Landrat Schuster. Die vom Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz geförderte Modernisierung in Wetzlar-Steindorf führe zu einer jährlichen Brennstoffkostenersparnis in Höhe von 13.500 Euro.

Derzeit belaufen sich die Energiekosten des Lahn-Dill-Kreises auf rund 4,4 Millionen Euro im Jahr, wobei der größte Anteil (3,2 Millionen Euro) auf die Heizenergie entfällt. Ein Teil dieser Ausgaben für Öl und Gas soll auf den Energieträger Holz umgeschichtet werden. Kreisweit wurden daher 35 Gebäude mit den dazugehörigen 56 Heizkesseln untersucht. Für 22 Anlagen wird durch die Agentur HessenEnergie eine Vorfeldstudie erstellt. Für die Lotte-Eckert-Schule in Brandoberndorf, die Fritz-Philippi-Schule in Breitscheid und das Kreisjugendheim am Heisterberger Weiher sind diese nahezu abgeschlossen. Im Falle der Erich-Girolstein-Schule ist der Förderantrag bereits positiv beschieden worden.

Mit der Modernisierung der Heizungsanlagen knüpft der Lahn-Dill-Kreis an frühere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz an. Eine Zwischenbilanz der Fachabteilung Bildung und Liegenschaften zeigt auf, dass in kreiseigenen Gebäuden inzwischen 45 Blockheizkraftwerke für Wärme und Strom sorgen. Außerdem wird die Installation kleiner Photovoltaikanlagen forciert, und im Rahmen des bestehenden Beleuchtungscontractings sind bereits 12.000 veraltete Leuchten ausgetauscht worden.

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