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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Ab Freitag heißt es „Bahn frei!“

Umgehungsstraße Holzhausen eröffnet /Verkehr darf noch nicht rollen

Greifenstein-Holzhausen (mig). „Was lange währt, wird endlich gut“ konnte man auf der Einladung zur offiziellen Eröffnung der Umgehungsstraße Holzhausen lesen. Unter reger Beteiligung der Bürger vor Ort haben Vertreter von Politik und Verwaltung gestern das symbolische rot-weiße Band auf der Landesstraße 3282 bei Holzhausen durchschnitten. Der Verkehr darf dort aber erst ab Freitag rollen.

Die Holzhausener Vereinsgemeinschaft hatte unter Leitung von Helmut Scharfenberg ein Straßenfest samt Glühwein und Bratwurststand auf der neuen Umgehungsstraße organisiert. Schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Akt strömten die Bürger zum Treffpunkt. Diese hohe Beteiligung bewies, dass Helmut Scharfenberg bei der Begrüßung recht hatte: „Wir feiern die neue Umgehungsstraße, auf die wir uns so sehr gefreut haben.“ Diese Vorfreude auf die Entlastung der Ortsdurchfahrt von Holzhausen nach Katzenfurt, die sich durch die enge Ortsmitte, über eine kleine Brücke und ein schmales Steilstück schlängelt, währte rund 35 Jahre. Denn bereits 1974 gab es erste Planungen, dieses Stück außerhalb des Ortes zu verlegen. Der Leiter des Amtes für Straßen undVerkehrswesen Dillenburg, Eugen Reichwein, erinnerte an die Planungsphase, in der auch wegen des Naturschutzes immer wieder Trassenführungen verworfen worden waren. „Letztlich hat sich die erste Planung durchgesetzt“, so Reichwein. Nur zwei Änderungen habe es gegeben: Zum einen war in der Zwischenzeit ein Neubaugebiet in Holzhausen entstanden, das man angeschlossen habe. Zum anderen habe man eine Kurve anders positioniert, um den  Lebensraum des bedrohten Ameisenbläulings – ein Schmetterling, der auf der Roten Liste steht – zu schützen. Dass vor fast auf den Tag genau zwei Jahren der erste Spatenstich vollzogen werden konnte, lag an dem Landessonderprogramm für Straßenbau. Damals war von Baukosten von 2,9 Millionen Euro für die knapp zwei Kilometer lange Strecke ausgegangen worden. Neben der Straße mussten ein Durchlassbauwerk für den Thiersbach und eine neue Brücke über den Ulmbach erstellt werden. Letztlich kostete die Umgehung nun 3,1 Millionen Euro. Angesichts des derzeit 70 Millionen Euro umfassenden Budgets des Dillenburger Straßenbauamts bat Eugen Reichwein schon vorsorglich um Verständnis bei der Bevölkerung für einige weitere Straßenbaumaßnahmen in der nächsten Zukunft.

3,1 Millionen Euro hat die neue Verbindung das Land gekostet

Landtagsabgeordneter Clemens Reif (CDU), der in Vertretung von Wirtschaftsminister Dieter Posch gekommen war und sich in der Vergangenheit für die Ortsumgehung eingesetzt hatte, zeigte sich erfreut, dass er nun wieder „ohne Beschimpfungen nach Holzhausen kommen“ könne. Die auch durch Naturschutzbelange 35-jährige Planungsphase ist für Reif ein „Musterbeispiel für ein zu langes Verfahren“.Für Greifensteins Bürgermeister Martin Kröckel (parteilos) war der Zustand schon lange nicht mehr hinnehmbar. Schließlich quälen sich über 2000 Fahrzeuge täglich durch das Nadelöhr in Holzhausen. Die Anwohner könnten nun aufatmen, meinte Martin Kröckel, und man habe nun allen Grund zum Feiern. Dem schloss sich Landrat Wolfgang Schuster (SPD) in einer kurzen Rede an und rief den anwesenden Bürgern zu: „Glückwunsch Holzhausen und ein frohes Fest!“ Ein wenig Geduld müssen die Holzhausener jedoch noch aufbringen, da noch einige Restsicherungsarbeiten wie das Aufstellen von Schutzplanken oder das Nachziehen der Bankette zu erledigen sind. Eugen Reichwein schätzt, dass ab Freitag der Individualverkehr dann rollen kann – übrigens früher als ursprünglich geplant, da man von der Fertigstellung 2010 ausging.

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