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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Ärzte kehren Klinik den Rücken

Trennung von Orthopädie und Unfallchirurgie folgen Kündigungen

Wetzlar. Es rumort am Wetzlarer Krankenhaus: Drei Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie haben gekündigt, Chefarzt Harald Knaepler geht zum 30. September in den Vorruhestand. Patienten sorgen sich um die ärztliche Versorgung.

Ursache dürfte die Umstrukturierung der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie sein: Sie soll in zwei Abteilungen mit zwei Chefärzten geteilt werden. Grund: Der Bereich der Orthopädie soll ausgebaut werden.

"Im Zuge der Weiterentwicklung der Lahn-Dill-Kliniken und der Verbesserung der Versorgung der Patienten werden wir die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie aufteilen", erklärt eine Klinik-Sprecherin am Donnerstag auf Nachfrage dieser Zeitung. "So dass wir zukünftig eine Klinik für Unfallchirurgie sowie eine Klinik für Orthopädie mit zwei spezialisierten Chefärzten haben werden". Damit wolle man auf die veränderten Bedürfnisse der Patienten durch den demografischen Wandel reagieren. Dies sei auch mit dem Ziel verbunden, ein Endoprothetik-Zentrum aufzubauen. Momentan sei nicht geplant, die Klinik baulich zu erweitern, man wolle "die vorhandenen Ressourcen nutzen".

"Es wird eine Spezialisierung der Orthopädie geben. Wir erhoffen uns davon höhere Patientenzahlen", bestätigt auch Landrat Wolfgang Schuster (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der Lahn-Dill-Kliniken.

Doch die Kündigung von drei Ärzten im Zusammenhang mit der Umstrukturierung der Klinik ist inzwischen Stadtgespräch. Patienten sind besorgt um die ärztliche Versorgung in Zeiten des Fachkräftemangels.

"Es führt immer zu einer gewissen Unruhe, wenn ein langjähriger Chefarzt geht"

Diese Sorge teilt das Klinikum nicht: "Die Handlungsfähigkeit der Unfallchirurgie und Orthopädie wird weiter gegeben sein. Wir sind bereits in Gesprächen mit potenziellen Nachfolgern für beide Abteilungen und sind zuversichtlich, dass wir in Kürze zwei Experten präsentieren können", erklärte die Sprecherin im Namen von Geschäftsführer Richard Kreutzer.

"Wir schätzen Herrn Knaepler als kompetenten und erfahrenen Chefarzt und bedauern sehr, dass er diesen Weg nicht aktiv mitgestaltet und in den Vorruhestand geht", heißt es in der Mitteilung. Zwei Oberärzte hätten sich entschieden, sich niederzulassen. Ein Oberarzt habe sich entschieden, in eine andere Klinik zu wechseln.

Ein Zeichen für Unstimmigkeiten und Probleme? Nein, heißt es aus der Klinik. Dies sei bei einem Chefarztwechsel "kein außergewöhnlicher Vorgang". "Es führt immer zu einer gewissen Unruhe, wenn ein langjähriger Chefarzt geht, aber wir sind zuversichtlich, dass wir den Ruf, den Herr Knaepler mit seiner Abteilung aufgebaut hat, weiter aufrechterhalten können".

Das Team der Unfallchirurgie und Orthopädie bestehe zudem aus 11 weiteren Ärzten, die zum großen Teil eine lange Erfahrung hätten und sich bereits jetzt eng mit der Klinikleitung abstimmten. Darüber hinaus seien innerhalb der Kliniken weitere Unfallchirurgen beschäftigt.

Harald Knaepler (61) hatte im Januar 1993 die Klinikleitung übernommen. Die Klinik für Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie wurde 2006 in Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie umbenannt. Knaepler selbst gab am Donnerstag auf Nachfrage keine Stellungnahme ab und verwies - genauso wie die Betriebsratsvorsitzende - auf Geschäftsführung und Pressestelle.

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