Pressespiegel & Aktuelles

Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

Beachten Sie bitte, dass dieser Artikel vor 6675 Tagen veröffentlicht wurde.

Aktuelle Frage: Schulstandorte

Schulstandorte kommen den Kreis teuer. Jetzt werden die Kinder weniger. Einige Schulen könnten schon jetzt geschlossen werden. Was schätzen Sie, wie viele und welche Standorte werden Sie als Landrat in den kommenden Jahren schließen müssen? Was lässt sich einsparen zugunsten der übrigen Schulen?

1970 haben die Landkreise in Hessen die Schulträgerschaft von den Städten und Gemeinden übernommen.
Der Lahn-Dill-Kreis verfolgt seit vielen Jahren in der Zuständigkeit des Schuldezernenten Roland Wegricht (SPD) das Prinzip der "Schulentwicklung im Konsens". Das Ergebnis ist ein beispielhaftes Schulsystem mit wohnortnahen Angeboten, das es wert ist, erhalten zu werden. Die Kosten für die Bewirtschaftung, Unterhaltung und Schülerbeförderung der 99 Schulen verursachen ein nicht durch die Schulumlage der Städte und Gemeinden gedecktes Defizit von 20 Millionen Euro pro Jahr. Sie sind somit für zwei Drittel des gesamten Kreisdefizits von 30 Millionen Euro im Jahre 2006 verantwortlich. Die Schulkosten sind jedoch nicht das Problem der hessischen Landkreise, sondern deren Finanzierung.
Leider hat sich das Land Hessen schon seit Jahren weitgehend aus der Schulfinanzierung zurückgezogen. Die hessischen Landkreise tragen 92,3 Prozent der Schulkosten. In Nord-Rhein-Westfalen sind es nur 17,1 Prozent.

Ob Schulstandorte aufgrund des Rückgangs der Schülerzahlen zusammengelegt werden müssen, muss mit allen Verantwortlichen im Kreis und in den Städten und Gemeinden ausdiskutiert, abgewogen und "im Konsens" entschieden werden. Dabei sollten pädagogische Geschichtspunkte ("kurze Beine - kurze Wege") und betriebswirtschaftliche Erwägungen (erforderlicher Instandhaltungsaufwand, zusätzliche Beförderungskosten) miteinander in Einklang gebracht werden.
Und selbstverständlich muss das Hessische Kultusministerium zustimmen, welches für die Schulpolitik und die Lehrerversorgung verantwortlich ist.
Unsere Zukunft sitzt auf den Schulbänken.
Für mich würde eine Schulschließung immer die letzte Möglichkeit sein.

Wolfgang Schuster
Landratskandidat der SPD




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