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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Lahn-Dill-Kreis

Auf den Spuren des Rebhuhns

Exkursion ins Feldflurprojekt „Gießen-Süd“

Wetzlar/­Gießen: Feldhamster, Rebhuhn, Feldlerche und Grauammer fühlen sich in unserer Region sehr wohl. Damit es ihnen auch weiterhin gut geht und sich deren Bestände stabilisieren, gibt es das Feldflurprojekt „Gießen Süd“. Auf den Grünland- und Ackerschlägen engagierter Landwirtinnen und Landwirte entstehen in dem rund 3.300 Hektar großen Projektgebiet „Gießen-Süd“ seit Projektbeginn im Jahr 2019 jährlich neue Lebensräume für die selten gewordenen Bewohner unserer Feldflur. Das vorbildliche Projekt stößt auf großes Interesse. Zuletzt hatte der Naturschutzring Ehringshausen um fachliche Anregungen für die eigene Naturschutzarbeit gebeten. Deshalb haben die Projektbeteiligten des Naturschutzdezernates des Regierungspräsidiums Gießen sowie der Abteilung für den ländlichen Raum für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Gießen Anfang Juni zu einer Exkursion eingeladen. Bei bestem Wetter begab sich die Gruppe auf einer Strecke von rund zwei Kilometern fußläufig und bei regem Austausch durch ein vielfältiges Teilgebiet des Projektes.

Ein besonderer Fokus lag bei der Exkursion auf der Projektumsetzung und den Maßnahmen zum Schutz des Rebhuhns. „Das Rebhuhn ist anspruchsvoll bei der Wahl seines Lebensraumes. Standorte, die es besiedelt, werden auch als Lebensraum von anderen Arten wie Hasen, Rehen, verschiedenen Insekten und vielen weiteren Arten angenommen. Unsere Hilfeleistungen im Rahmen des Feldflurprojektes sind also auch ein wichtiges Instrument, um den Verlust der biologischen Vielfalt im ländlichen Raum aufzuhalten“, gab Björn John, Fachdienstleiter bei der Abteilung für den ländlichen Raum, zu bedenken.

Landbewirtschaftung und Lebensraumbereitstellung miteinander vereinen

Wie die Feldflurprojekte hat auch der Naturschutzring Ehringshausen den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt zum Ziel. Beim Feldflurprojekt werden insbesondere solche Tiere und Pflanzen gefördert, die ihren Lebensraum im Offenland haben. Dieser Lebensraum wird in der Regel landwirtschaftlich genutzt. Um Landbewirtschaftung und Lebensraumbereitstellung miteinander zu vereinen, schlägt die Projektkoordination bei der Abteilung für den Ländlichen Raum mit der Beratung der Landwirtinnen und Landwirte und vielfältigen Maßnahmenangeboten die Brücke zwischen Lebensraumschaffung für die Tier- und Pflanzenwelt einerseits und der Landbewirtschaftung zur Ernährungssicherung andererseits.

Die Maßnahmen in der Feldflur sind vielfältig. Wichtig sei für einige Offenlandarten der ganzjährige Schutz vor Fressfeinden und das ganzjährige Angebot von Nahrung. Als einfache Schutzmaßnahme genüge bereits eine mehrjährige Blühfläche. Solche Blühflächen oder andere schutz- und nahrungsfördernde Maßnahmen können auch in Ehringshausen und Umgebung umgesetzt werden.

Fördermittel für Umsetzung der Maßnahmen

Um entstandene Kosten für solche Schutzmaßnahmen auszugleichen, bieten sich Umwelt- und Naturschutzinteressierten neben einer Förderung über das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen weitere Finanzierungswege, vermittelte Bettina Schreiner, zuständige Sachbearbeiterin beim Regierungspräsidium Gießen. So stehen etwa Mittel des Landes Hessen zur Finanzierung von Projekten zur Verfügung, die der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie dienen.

Bildunterschrift: Björn John, Leiter des Fachdienstes für Landschaftspflege, Investitionsförderung und Grundstücksverkehr (Dritter von rechts), und Bettina Schreiner vom Regierungspräsidium Gießen (Erste von rechts) gaben den Exkursionsteilnehmenden viele hilfreiche Informationen über das Feldflurprojekt mit auf den Weg. Foto: Lahn-Dill-Kreis

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