Ausbau der Rheumaorthopädie

Chefarzt Professor Schmitt: Zahl der komplexen Eingriffe steigt

VON MARTIN LUGAUER

Wetzlar. Immer häufiger müssen Prothesen, die Gelenke ganz oder teilweise ersetzen, gewechselt werden. Auch das ist ein Aspekt des demografischen Wandels. Darauf hat Jan Schmitt, seit 1. Mai Chefarzt der Klinik für Orthopädie am Klinikum Wetzlar in seiner Einführungsfeier hingewiesen. 

Die Patienten werden älter, die Implantate beispielsweise an Hüfte, Knie oder Schulter, haben trotz technischer Fortschritte nur eine begrenzte Haltbarkeit, müssen durch weitere Operationen ausgetauscht werden.
Nicht nur die Zahl dieser Wechseloperationen wird steigen, sondern auch die Zahl komplexerer Eingriffe. Grund: Die betroffenen Patienten leiden an vielfältigen Nebenerkrankungen, die Verbesserung ihrer Beweglichkeit und Lebensqualität erfordert von den Operateuren enormes Können.

Lahn-Dill-Kliniken stellen sich auf die älter werdende Generation ein

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, soll der neue Chefarzt den Bereich Revisionsendoprothetik (Wechsel von Endoprothesen) an den Lahn-Dill-Kliniken weiter ausbauen.

Als bisheriger Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Orthopädie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Marburg bringt Professor Schmitt das entsprechende Knowhow mit nach Wetzlar. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Rheumaorthopädie. Hier geht es um spezielle Eingriffe bei rhematisch veränderten Gelenken, Händen und Füßen. In diesem Bereich habe Professor Schmitt hohe fachliche Kompetenz, lobte Katrin Storck-Müller, Ärztliche Direktorin des Rheumazentrums Mittelhessen in Bad Endbach, das seit vielen Jahren mit dem Mediziner zusammenarbeitet. Zudem schätze er interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Der 42-jährige Spezialist komplettiert das Chefarzt-Team der Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Wetzlar. Zuvor war mit Privatdozent Thomas Gausepohl bereits der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie eingestellt worden. Von den beiden Chefs wird eine enge Zusammenarbeit erwartet, betonte Privatdozent Erich Lotterer, der Ärztliche Direktor des Klinikums Wetzlar-Braunfels. „Die Lahn-Dill-Kliniken werden von den Spezialisierungen innerhalb der Orthopädie und Unfallchirurgie profitieren. Die Revisionsendoprothetik und die Rheumaorthopädie sind wichtige Ergänzungen unserer medizinisches Spektrums.“ Zu den Gästen der Einführungsveranstaltung am Dienstagabend in der Kantine des Klinikums gehörten Mitarbeiter, Ärzte und Mitglieder des Verwaltungsrats. Landrat Wolfgang Schuster als Vorsitzender dieses Gremiums sagte: „Es ist wichtig, dass sich die Lahn-Dill-Klinken auf die älter werdende Generation einstellen.“

Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Klinken, kündigte die Anschaffung weiterer OP-Räume an, falls sich Engpässe ergeben sollten. Er widersprach Meldungen, in deutschen Kliniken werde auf Teufel komm raus operiert. „In Wetzlar machen wir nur das Notwendige.“ 

Zum Abschluss sagte Schmitt, der zuvor noch im Operationssaal gestanden hatte: „Ich freue mich über das Vertrauen von Geschäftsführung, Mitarbeitern und Kollegen in meine Arbeit. Es ist eine Herausforderung, sich in neue Strukturen einzuarbeiten und ein Fachgebiet zu etablieren.“

Wetzlarer Neue Zeitung vom Freitag, 30. Mai 2014, Seite 15

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