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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

Beachten Sie bitte, dass dieser Artikel vor 3448 Tagen veröffentlicht wurde.

Berufliche Heimat für Behinderte

Landrat besucht gemeinsames Projekt von Lebenshilfe und Fritz Weg

Eschenburg-Wissenbach. Ruben Kaufmann ist 36 Jahre alt. Seit zehn Jahren ist er bei den Dillenburger Werkstätten der Lebenshilfe Dillenburg beschäftigt. Bei der Fritz Weg GmbH in Wissenbach hat er nun sozusagen eine "neue" berufliche Heimat, denn Ruben Kaufmann ist einer von 28 Werkstätten-Mitarbeitern, die in eine "Betriebsintegrierte Beschäftigung" (BIB) wechseln konnten.

Vor etwas mehr als einem Jahr absolvierte Kaufmann ein Praktikum in dem Unternehmen. Bis dahin war er in der Reha-Werkstatt der Lebenshilfe in Haiger beschäftigt. In seinem Praktikum habe er so gut gearbeitet und sich vorbildlich integriert, dass ein Arbeitsplatz außerhalb der Lebenshilfe draus wurde, lobt Fritz Jürgen Weg, Geschäftsführer des mittelständischen Betriebs.

28 Mitarbeiter der Werkstätten sind vor Ort "betriebsintegriert beschäftigt"

Kaufmann ist gelernter Werkzeugmechaniker. Seine Ausbildung kommt ihm in der BIB zugute, denn Know-how ist gefragt, sagt Weg.

Kaufmanns Aufgaben passen zu seinem Beruf, denn mit Werkzeugen muss er sich bei seiner Tätigkeit auskennen. Der 36-jährige ist dafür zuständig, dass das Lager gefüllt ist, die Artikel richtig an ihre Stellen in den Regalen sortiert und mit speziellen Etiketten ausgezeichnet sind. "Da kommt mir mein gelernter Beruf sehr entgegen", weiß Kaufmann.

Von Schrauben bis zu Tragegurten, von Gewindestangen bis zu Schleifmitteln - der Mitarbeiter der Dillenburger Werkstätten hat die Waren im Lager der Ausstellung im Blick. Das Unternehmen führt rund 25 000 Artikel für Industrie- und Handwerksbetriebe, Schulen, Kommunen, Heimwerker, Ausbildungs- und Behindertenwerkstätten.

In die Belegschaft - bei Fritz Weg arbeiten rund 100 Menschen - habe sich Kaufmann sehr gut integriert. "Die Arbeit scheint ihm Spaß zu machen", freut sich Weg, dass mit dem BIB-Platz ein weiterer Schritt der Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Dillenburg getan ist.

Diese ist seit vielen Jahren Lieferant für die Fritz Weg GmbH. Die Gärtnerei pflegt die Außenanlagen des Standorts in Wissenbach. Das Unternehmen lässt Verpackungsarbeiten durch die Lebenshilfe vornehmen und Drehteile von den Werkstätten herstellen.

Die "Betriebsintegrierte Beschäftigung" ist das jüngste Kind der Dillenburger Werkstätten. Dafür wird kein Gebäude benötigt, sondern die Arbeitsplätze für Mitarbeiter mit Behinderung befinden sich in den Wirtschaftsunternehmen.

Seit der Neustrukturierung der Finanzierung für die Vor-Ort-Betreuung durch den Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen konnten noch mehr Plätze für die "Betriebsintegrierte Beschäftigung" geschaffen werden. Die Anzahl der BIB hat sich seit Januar 2013 auf 28 verdoppelt, freut sich Dirk Botzon vom Vorstand der Lebenshilfe. "Wir möchten möglichst viele Menschen in einen Arbeitsprozess einbinden."

"Es gibt viele, die solch eine Chance bekommen sollte, wie Ruben Kaufmann", bedankt sich Wolfgang Schuster für die Kooperation zwischen Betrieben und Lebenshilfe. Der Landrat des Kreises ist Schirmherr des Projekts BIB und sah sich an Kaufmanns Arbeitsplatz um.

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