Betriebsfrieden ist ein hohes Gut

Ende des Konflikts zwingend notwendig

Wetzlar / Dillenburg, 15. August 2012

Gemeinsame Presseerklärung der Bürgermeister Stephan Aurand (Dietzhölztal), Hans Benner (Herborn), Götz Konrad (Eschenburg), Michael Lotz (Dillenburg), Dr. Gerhard Zoubek (Haiger) und Landrat Wolfgang Schuster.

Die seit Wochen und Monaten geführten Diskussionen über den Abschluss von Betriebsvereinbarungen bei Rittal sollten schnellstmöglich beendet werden.

Die Region im nördlichen Lahn-Dill-Kreis lebt vom verarbeitenden Gewerbe. Rittal ist mit Abstand der größte Arbeitgeber und Steuerzahler der Region. Diese erfreuliche Situation der letzten Jahrzehnte verdanken wir guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der unternehmerischen Weitsicht der Unternehmensführung und des Firmenchefs Friedhelm Loh.

Im Raum an der oberen Dill hat das dynamische Wachstum von Rittal die Verluste von Arbeitsplätzen wie z. B. Burger Eisenwerke, Juno, Haas + Sohn kompensieren können.

Die Unterzeichner sind überzeugt, dass Tarifverträge das Zusammenwirken von Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit allen Rechten und Pflichten sehr gut und erfolgreich regeln können. Deshalb gibt es ein Recht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich vereinigen zu dürfen in Arbeitgeberverbänden oder Gewerkschaften, aber keine Pflicht.

Die Unternehmensführung von Rittal möchte offene Fragen in der aktuellen Auseinandersetzung mittels Betriebsvereinbarung regeln. Wir haben dies zu respektieren. Gleichzeitig bitten die Kommunalpolitiker, Kritik an der Geschäftsleitung von Rittal nicht ausnahmslos auf die Person Friedhelm Loh zu fokussieren.

Friedhelm Loh leitet seit Jahrzehnten erfolgreich die Loh-Group, er zahlt seine Steuern im heimischen Raum und ist als großzügiger Förderer der Region bekannt.

Es gibt Beispiele, wo Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zwar ihr Einkommen in Deutschland erzielen, die wesentlichen Steuern aber in anderen Ländern entrichten oder sogar vor den Steuern flüchten.

In gleicher Weise bitten wir auch um Einstellung der persönlichen Angriffe auf den IG Metall Bevollmächtigten Hans Peter Wieth. Herr Wieth und die IG Metall vertreten die Interessen ihrer Mitglieder.

Unternehmerische Freiheit und ebenso eine wirksame Interessenvertretung sind wichtige Säulen unseres Staates. Diese Rechte sollten wir respektieren. Denn die Erfahrung lehrt, was Romano Guardini ausdrückt: „Wer einen Menschen bessern will, muss ihn erst einmal respektieren“.

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