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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Ehringshausen

Brücke zwischen Dillheim und Daubhausen wird rundum erneuert

Sanierungsplanungen der alten Dill-Brücke sind abgeschlossen

Wetzlar / Ehringshausen (ldk): Die Sanierungsplanungen der momentan vollgesperrten alten Dill-Brücke zwischen Dillheim und Daubhausen sind abgeschlossen: Die Gemeinde Ehringshausen als Unterhaltungspflichtige der Dill wird noch im Herbst 2019 die Anlandungen unter den Brückenbögen entfernen. Damit kann sich die Wassermenge der Dill unter den drei vorhandenen Brückenbögen verteilen. Der Wasserdruck auf den stark geschädigten Brückenflügel wird dadurch verringert. Da der Wasserstand der Dill in den Wintermonaten erfahrungsgemäß relativ hoch ist, wird die eigentliche Brückensanierung voraussichtlich im Frühjahr 2020 beginnen. Der betroffene Brückenflügel muss weitestgehend neu aufgebaut werden und wird durch eine Steinschüttung gesichert. Auf der Brücke selbst soll eine Lastverteilungsplatte angebracht werden, da die sanierte Brücke wieder breiter werden und für zwei Spuren befahrbar gemacht werden soll. Die Brüstung der Brücke soll historisch angepasst werden. Der Denkmalschutz des Lahn-Dill-Kreises hat das Sanierungsvorhaben geprüft. Die besondere Herausforderung ist, dass die denkmalgeschützte Brücke aus Naturstein in Handarbeit wieder aufgebaut werden muss. Dafür sollten rund anderthalb Jahre Bau- und Sanierungszeit eingeplant werden.

Rückblick: Vollsperrung seit Mitte April 2019

Weil sich der Zustand der Dillbrücke zwischen Dillheim und Daubhausen in der Gemeinde Ehringshausen so drastisch verschlechtert hat, ist das denkmalgeschützte Bauwerk am 12. April dieses Jahres bis auf weiteres voll gesperrt worden. Die Schäden am Brückenflügel vorne links von Daubhausen kommend waren enorm schnell fortgeschritten, sodass zügig entschieden wurde die Brücke zu sperren. Die turnusmäßige Hauptuntersuchung der Brücke durch HessenMobil einen Tag zuvor hat ergeben, dass sich die Bausubstanz im Vergleich zur letzten Prüfung in 2016 sehr verschlechtert hat. Die Schäden am Brückenflügel vorne links von Daubhausen kommend waren enorm schnell fortgeschritten. So hatte der Riss damals eine Breite von 11 cm erreicht. Der Tenor war eindeutig: Es ist zu gefährlich die Brücke zu passieren. Es gibt eine Vollsperrung mit Verkehrsumleitung über Katzenfurt. Landwirte sind angehalten über die verlängerte Berliner Straße zu fahren.

Hintergrund: Druck von unten und von oben

Letztendlich sind es mehrere Faktoren, die der Brücke in der kurzen Zeit dermaßen zugesetzt haben: So haben einerseits Hochwasser und Starkregen innerhalb der vergangenen drei Jahre für erhöhte Durchflussmengen in der Dill gesorgt. Immer mehr Wasser hat auf den betroffenen Brückenpfeiler gedrückt. Hinzu kam, dass es aufgrund der Baustelle in der Ortsdurchfahrt von Katzenfurt im Spätsommer 2018  zum erhöhten Verkehrsaufkommen auf der K64 zwischen Katzenfurt, Daubhausen und Dillheim. Viel mehr Fahrzeuge als gewohnt passierten die Brücke, darunter auch vermehrt Schwerlastverkehr.

Beim Technischen Verkehrswesen des Lahn-Dill-Kreises ist die Sanierung der Brücke schon seit längerem in Planung. Bereits bei der Brückenuntersuchung 2016 wurden einige Mängel festgestellt. Gemeinsam mit einem Ingenieurbüro und HessenMobil hat der Lahn-Dill-Kreis dann begonnen Sanierungsvarianten zu entwickeln. Da es sich bei der aus dem Jahr 1873 stammenden Brücke um ein Denkmal handelt, das mit Naturstein erbaut wurde, ist es entscheidend ein Unternehmen zu finden, das auf Natursteinmauerwerke spezialisiert ist. Davon gebe es laut HessenMobil nicht allzu viele. Schon in der Vergangenheit wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um die Brücke zu schützen, wie beispielsweise die Einengung der Fahrbahn, die lediglich die Nutzung einer einzigen Fahrspur zuließ. Das reduzierte den Druck auf die Stützwände. Außerdem wurde als Sofortmaßnahme die Nutzung der Brücke nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen angeordnet, um den Schwerlastverkehr einzudämmen.

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