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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Chance für Ungelernte

Weitere Kräfte für die Altenpflege gewinnen

Wetzlar (hp). Am 15. Januar startete in Zusammenarbeit der Landkreise Lahn-Dill und Gießen das Projekt „Arbeitsintegrierte Nachqualifizierung in der Altenpflege, Gießen/Lahn-Dill“ (ANQA), das dem Fachkräftemangel in der Altenpflege entgegenwirken soll.

Die ZAUG gGmbH als Organisator hat sich als Projektpartner die Altenpflegeschule des Lahn-Dill-Kreises und die Altenpflegeschule Wettenberg des Vereins für Geragogik an die Seite geholt.

Zahl der Pflegeplätze und der alten Menschen steigt dramatisch

ANQA wird zum einen durch das hessische Sozialministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in Höhe von 290 000 Euro gefördert. Die Ko-Finanzierung mit 309 000 Euro übernehmen die 40 Pflegeeinrichtungen durch die Freistellung der Teilnehmer sowie die Bereitstellung von Räumlichkeiten und Praxisanleitern. Das neue Konzept für die Qualifizierung in der Altenpflegehilfe und Altenpflege bietet 40 an- und ungelernten Beschäftigten die Chance, sich zum Altenpflegehelfer, zur Altenhelferin zu qualifizieren und weiterhin das reguläre Gehalt zu beziehen. Das wird durch die Methode des „arbeitsintegrierten Lernens“ möglich, was hauptsächlich vor Ort in den beteiligten Einrichtungen in Lerngruppen stattfindet. Für angelernte Hilfskräfte liegen die Vorteile dieser Art von Weiterbildung auf der Hand: Da sie bereits in der Pflege tätig sind, kennen sie die internen Abläufe und wissen, worauf es im Pflegealltag ankommt. Die Pflegeeinrichtungen gewinnen qualifiziertes Personal, das die Gepflogenheiten des Hauses und die Bewohner kennt und sind für den steigenden Bedarf an Fachkräften gewappnet.

Die Gießener Landrätin Anita Schneider und ihr Kollege Wolfgang Schuster (beide SPD) vom Lahn-Dill-Kreis, stellten im Wetzlarer Kreishaus zusammen mit ZAUG-Geschäftsführerin Monika Neumaier, Bereichsleiterin Nicole Brinkmann, Projektkoordinator Torsten Roth sowie den Schulleiterinnen Ulrike König (Lahn-Dill-Kreis/ Haiger) und Hella Geist (Wettenberg) das Projekt vor. „Unsere Gesellschaft verändert sich dramatisch“, so Wolfgang Schuster. In 2000 lebten im Lahn-Dill-Kreis noch 9900 Menschen über 80 Jahre, 2030 sollen es schon 18 000 sein, wobei die Zahl der Menschen zwischen 20 und 65 Jahren von 165 000 auf weniger als 130 000 sinken soll. „Vor sechs Jahren hatten wir noch 2100 Pflegeplätze und heute sind es bereits 2900, Tendenz steigend“, so Schuster. In Gießen sieht die Situation zwar noch besser aus, stellt aber auch ein Problem dar. „Fachkräftesicherung ist mittlerweile das Top-Thema in allen Regionen und wird ein Standortfaktor werden“, weiß Anita Schneider, die drei verschiedene Wege nannte, Fachkräfte zu gewinnen. „Nummer 1 ist nach wie vor die duale Ausbildung.“ Außerdem gebe es im Bereich der Frauenerwerbsarbeit noch Potenziale. „Mein Lieblingsprojekt ist allerdings die Nachqualifizierung als Regelangebot, die 20- bis 35-Jährigen eine weitere Chance bietet. In der einjährigen Ausbildung werden 2000 Zeitstunden Theorie in vier Lernbereichen absolviert: Pflegefachwissen, rechtliche Rahmenbedingungen, Unterstützung im Alter und Pflege als Beruf. Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss, die Beschäftigung in einer Pflegeeinrichtung, eine zweijährige angelernte Tätigkeit und ein Arbeitsvertrag über 31 Stunden pro Woche. Interessenten können sich bei der ZAUG gGmbH, Torsten Roth, Kiesweg 31, 35396 Gießen, ☎ (06 41) 9 52 25 50 melden.

Wetzlarer Neue Zeitung vom Freitag, 5. April 2013, Seite 16

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