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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Demenz-Kranken Sicherheit geben

300 Experten informieren sich

Wetzlar-Münchholzhausen (hp). 300 Besucher aus den Bereichen Medizin und Pflege haben am Montag am ersten Fachforum Demenz - einer Fortbildung, zu der die Lahn-Dill-Kliniken eingeladen hatte - teilgenommen.

Im Bürgerhaus in Münchholzhausen standen dabei der Umgang und die Kommunikation mit demenzkranken Menschen im Zentrum. Die Teilnehmer konnten sich aus den Referaten von Nicole Richard Anregungen für ihre tägliche Arbeit mitnehmen. Die renommierte Expertin hat eine Methode für den Umgang und die Kommunikation mit Demenzkranken entwickelt, die "auf einer wertschätzenden Grundhaltung" basiere.

Die Schirmherrschaft hatte Landrat Wolfgang Schuster (SPD) inne, der in seinem Grußwort auf die demografische Entwicklung im Lahn-Dill-Kreis einging: "Im Jahr 2000 waren 10 000 Menschen im Lahn-Dill-Kreis älter als 80 Jahre, 2011 waren es schon über 14 000 und 2030 werden es mehr als 18 000 Menschen sein."

Patienten nicht überfordern

Aufgrund der alternden Gesellschaft werde das Thema Demenz die Verantwortlichen künftig auf den verschiedensten Ebenen beschäftigen. "Wir brauchen zukunftsfähige Konzepte, um Menschen mit Demenz sowohl in stationären wie auch ambulanten Einrichtungen eng verzahnt betreuen zu können und bereiten uns rechtzeitig darauf vor", betonte der Landrat.

"Wir freuen uns über den Zuspruch der Veranstaltung, der uns zeigt, dass Demenz bereits heute ein allgegenwärtiges Thema ist", sagte Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken. Mit der älter werdenden Gesellschaft werde sich die Anzahl der Patienten mit Demenz in den kommenden Jahren kontinuierlich erhöhen. "Darauf müssen wir uns einstellen, denn im Klinikum Wetzlar-Braunfels werden jährlich rund 26 500 Patienten stationär behandelt, bei 1000 wurde 2012 die Nebendiagnose Demenz erfasst und Schätzungen zufolge sind deutschlandweit 1,1 bis 1,3 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen", erklärte Kreutzer.

Menschen mit Demenz zu begleiten, sei eine komplexe Aufgaben, so Richard. "Es gilt, die Erlebens- und Wahrnehmungswelt von Menschen mit Demenz zu verstehen, sie nicht zu überfordern". Wichtig sei es, Sicherheit zu geben. Zusätzlich zur pflegerischen Versorgung benötigen Demenzkranke Organisation und müssen ihre Lebensumwelt mitgestalten können.

Grundlegend sei die Haltung: Kontakt und Kommunikation stehen vor Funktion, Beziehung vor Behandlung, so Richard. "Es müsse ein stützendes ,Zuhause-Milieu' in Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen geschaffen werden, was eine ganz besondere Aufgabe für alle Mitarbeiter, das Team und die Institutionen selber ist."

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