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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

Beachten Sie bitte, dass dieser Artikel vor 3731 Tagen veröffentlicht wurde.

„Die Schule auf den Kopf gestellt“

Fritz-Philippi-Schule feiert den Abschluss der Renovierungsarbeiten

Breitscheid (uju). Die Fritz-Philippi-Schule (FPS) in Breitscheid hat jetzt ein rundum erneuertes Grundschulgebäude und eine funkelnagelneue Toilettenanlage.

Für die Einweihungsfeier dichteten die Dritt- und Viertklässler Willi, Jakob, Jan-Niclas, Luca, Saleah, Levin, Lukas, David und Eva dichteten einen Grund-Schul-Song, der auf die Melodie von „We will rock you“ gesungen wird. „Fritz Phi-lip-pi Schule“ schmetterten die Kinder lauthals und von rhythmischem Klatschen begleitet in der Aula.

Die Gäste hatten ausreichend Gelegenheit, sich die neuen Räume anzusehen. Die Mitglieder des Kreisausschusses waren eigens nach Breitscheid gekommen, um das Ergebnis der Baumaßnahmen zu sehen. Im Anschluss hielten sie ihre Sitzung im Rathaus der Gemeinde Breitscheid ab.

Lehrer und Schüler sind beim Umbau näher zusammengerückt

Die umfassendste Veränderung gab es im Grundschulgebäude (an der FPS werden auch Haupt- und Realschüler bis zum zehnten Schuljahr unterrichtet). Aber auch die Pausenhalle und die Verbindungsgänge wurden neu gestaltet. Sanierungsmaßnahmen und die Erstellung des Sanitärgebäudes verschlangen eine Bausumme von 2,2 Millionen Euro.

Ein Gutachten hatte ergeben, dass die Bausubstanz der Grundschule in die Jahre gekommen war. Waren zunächst die Sanierung von Treppenhaus und Klassenräumen angedacht, fielen während der Arbeiten immer mehr Mängel ins Auge. So musste letztendlich auch das Dach neu eingedeckt und die Fassadenverschieferung ersetzt werden. Der Brandschutz machte zusätzliche Fluchtwege erforderlich und energetisch war das Gebäude weit von einem passablen Zustand entfernt.

Schulleiter Herbert Jochmann ließ die Stationen der Bauabschnitte Revue passieren. Schon als er vor acht Jahren als Schulleiter nach Breitscheid gekommen sei, habe er gesehen, dass das im Jahr 1928 gebaute Gebäude in die Jahre gekommen sei. Weder Toilettenanlagen noch Klassenräume hätten den aktuellen Standards entsprochen. Mit den Arbeiten an der Schule wurde im August 2012 begonnen. „Wir haben quasi die Schule auf den Kopf gestellt“, erinnerte sich der Schulleiter.

Acht Grundschulklassen mussten während der Bauarbeiten ein neues Zuhause finden. Sechs Klassen fanden Raum im Haupt- und Realschulzweig. Für zwei weitere wurden Container aufgestellt. Der Abriss der alten und der Neubau der neuen Toilettenanlage sorgte für beengte Verhältnisse auf dem Schulhof. „In dieser Zeit sind wir alle, Lehrer und Schüler, näher zusammengerückt. Es gab keine Hektik und keine Aggression“, lobte Jochmann. Anderthalb Jahre habe es hervorragend funktioniert, dass die Jüngsten gemeinsam mit den Zehntklässlern einen Schulhof nutzten. Und ein weiterer positiver Aspekt: Für ein marodes Klettergerüst, das ausgetauscht werden musste, spendete die Stiftung „Rittal Foundation“ 7000 Euro.

Landrat Wolfgang Schuster brachte in seinem Grußwort auf den Punkt, warum der Lahn-Dill-Kreis soviel Geld in Schulgebäude investiert: „Unsere Zukunft sitzt auf den Schulbänken. Ohne gut ausgestattete Schulen haben wir keine Zukunft.“

Und Dr. Michael Jung vom Staatlichen Schulamt ergänzte: „Schule lebt nicht vom Gebäude, sondern von dem, was im Gebäude passiert.“ Dies sei zentral. Doch eine vernünftige Ausstattung und Räumlichkeit sei ebenfalls sehr wichtig.

Stellvertretend für Bürgermeister Roland Lay sprach Erster Beigeordneter Thomas Bechtum ein Grußwort. Er freute sich, dass trotz massivem Sanierungsstau der Standort erhalten worden sei. „Manchmal waren ebenso dunkle Wolken am Horizont zu sehen, wie wir sie heute am Himmel haben“, sagte er.

Reiner Bierbach, vom beauftragten Architekturbüro, erinnerte sich an den Moment, als er das erste Mal auf dem Schulhof der FPS stand: „Damals waren wir nicht sicher, ob das Grundschulgebäude erhalten werden kann.“ Doch nun sei die lange Leidenszeit mit Staub- und Lärmbelästigung und beengten Platzverhältnissen vorbei. Die Gebäude seien nun barrierefrei erreichbar, energetisch sei aufgerüstet worden und das Farb- und Materialkonzept schaffe eine behagliche Atmosphäre in den Klassenräumen.

Alle Gäste lobten die gute Zusammenarbeit im Projektteam. Unvorhersehbare Ereignisse seien in angenehm partnerschaftlichen Klima besprochen und auf kurzem Wege Lösungen gefunden worden.

13 Monate dauerte die Sanierung der Grundschule mit einem umbauten Raum 4550 Kubikmeter. Weitere Aufgaben müssen noch angegangen werden. Doch mit den bisherigen Maßnahmen ist ein wichtiges Etappenziel erreicht.

Die Dritt- und Viertklässler umrahmten die Einweihungsfeier mit flotten Musikstücken.

Dill-Zeitung vom Montag, 5. Mai 2014, Seite 13

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