Einsturzgefahr: Alte Brücke bei Dillheim für Verkehr gesperrt

Freigabe für Fuß- und Radverkehr voraussichtlich noch vor Ostern

Wetzlar/Ehringshausen (ldk): Weil sich der Zustand der Dillbrücke zwischen Dillheim und Daubhausen in der Gemeinde Ehringshausen so drastisch verschlechtert hat, ist das denkmalgeschützte Bauwerk seit Freitag, dem 12. April 2019 bis auf weiteres voll gesperrt. Die turnusmäßige Hauptuntersuchung der Brücke durch HessenMobil einen Tag zuvor hat ergeben, dass sich die Bausubstanz im Vergleich zur letzten Prüfung in 2016 sehr verschlechtert hat. Die Schäden am Brückenflügel vorne links von Daubhausen kommend sind enorm schnell fortgeschritten. So hat der Riss mittlerweile eine Breite von 11 cm erreicht. Der Tenor ist ganz klar: Es ist zu gefährlich die Brücke mit Auto und Co. zu passieren. Zu viel Gewicht. Deshalb gibt es eine Verkehrsumleitung über Katzenfurt. Landwirte sind angehalten über die verlängerte Berliner Straße zu fahren. Aktuell wird die Absperrung vor und auf der Brücke noch so angepasst, dass sie gefahrenlos von Fußgängern und Radfahrern überquert werden kann.

Druck von unten und von oben

Letztendlich sind es mehrere Faktoren, die der Brücke in der kurzen Zeit dermaßen zugesetzt haben: So haben einerseits Hochwasser und Starkregen innerhalb der vergangenen drei Jahre für erhöhte Durchflussmengen in der Dill gesorgt. Immer mehr Wasser hat auf den betroffenen Brückenpfeiler gedrückt. Hinzu kam, dass es aufgrund der Baustelle in der Ortsdurchfahrt von Katzenfurt im Spätsommer 2018  zum erhöhten Verkehrsaufkommen auf der K64 zwischen Katzenfurt, Daubhausen und Dillheim. Viel mehr Fahrzeuge als gewohnt passierten die Brücke, darunter vermutlich auch vermehrt Schwerlastverkehr.

Beim Technischen Verkehrswesen des Lahn-Dill-Kreises ist die Sanierung der Brücke schon seit längerem in Planung. Bereits bei der Brückenuntersuchung 2016 wurden einige Mängel festgestellt. Gemeinsam mit einem Ingenieurbüro und HessenMobil hat der Lahn-Dill-Kreis dann begonnen Sanierungsvarianten zu entwickeln. Geplant ist die Auftragsvergabe der Brückensanierungsarbeiten für Oktober 2019. Somit sollen die Sanierungsarbeiten voraussichtlich nach dem kommenden Winter, also im Frühjahr 2020 beginnen. Soweit der Plan, der auch nach der aktuellen, spontanen Vollsperrung Bestand hat. Ob aufgrund der neuen Situation bereits früher mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden kann, wird nun geprüft. Da es sich bei der aus dem Jahr 1873 stammenden Brücke um ein Denkmal handelt, das mit Naturstein erbaut wurde, ist es entscheidend ein Unternehmen zu finden, das auf Natursteinmauerwerke spezialisiert ist. Davon gebe es laut HessenMobil nicht allzu viele.

Wie soll die Brücke saniert werden?

Die Pfeiler der Dillbrücke sollen verstärkt werden. Außerdem sollen die Anlandungen im Flussbett abgetragen werden. Damit kann man das Flussbett wieder verbreitern und den Wasserdruck auf den linken, besonders geschädigten Pfeiler der Brücke, senken. Auf der Brücke selbst soll eine Lastverteilungsplatte angebracht werden, da die sanierte Brücke wieder breiter werden und für zwei Spuren befahrbar gemacht werden soll. Die Brüstung der Brücke soll historisch angepasst werden. Von Seiten des Denkmalschutzes ist das Sanierungsvorhaben bereits geprüft.

Schon in der Vergangenheit wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um die Brücke zu schützen, wie beispielsweise die Einengung der Fahrbahn, die lediglich die Nutzung einer einzigen Fahrspur zuließ. Das reduzierte den Druck auf die Stützwände. Außerdem wurde als Sofortmaßnahme die Nutzung der Brücke nur für Fahrzeuge bis 3,5 t angeordnet, um den Schwerlastverkehr einzudämmen.

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