Pressespiegel & Aktuelles

Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

Beachten Sie bitte, dass dieser Artikel vor 2160 Tagen veröffentlicht wurde.

Lahn-Dill-Kreis

Fragen zur Landratswahl

5.) Der LDK ist einer der größten Arbeitgeber in der Region, die Kreisverwaltung beschäftigt rund 850 Mitarbeiter (Vollzeitstellen), die Lahn-Dill-Kliniken weitere 2300 Personen. Sehen Sie Reformbedarf für die Verwaltung?

In erster Linie sind wir ein großer Dienstleister für unsere Bürgerinnen und Bürger. Das betrifft sowohl den Bereich der Verwaltung als auch den medizinischen Sektor. Damit wir unserem Service-Auftrag gerecht werden können, ist eine ständige Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich. Mit einer Personalaufwandsquote von 14,05% sind wir wirtschaftlich sehr gut aufgestellt. Wir bereiten uns jetzt im Bereich der Verwaltung Schritt für Schritt auf E-Commerce und in den Kliniken auf das Thema Telemedizin vor.

6.) Der LDK musste in den vergangenen drei Jahren insgesamt knapp 6000 Flüchtlinge aufnehmen und betreuen. Die Kreisverwaltung hat sich für eine dezentrale Unterbringung in angemieteten Wohnungen entschieden. Ist das der richtige Weg gewesen? Und: Wie soll die Integration der Menschen, die hier bleiben, gelingen?

Zusammen mit Stephan Aurand habe ich mich Ende 2015 dafür entschieden, die Geflüchteten, die bei uns im Lahn-Dill-Kreis angekommen sind, dezentral unterzubringen. Diese Entscheidung war richtig. Wir wollten die Gemeinde- und Stadtverwaltungen entlasten. Wir wollten viele kleine Einrichtungen und keine Turnhallenunterbringung, weil durch das persönliche Kennenlernen in kleineren Einheiten in der Nachbarschaft schneller Kontakte entstehen. Die dezentrale Unterbringung ermöglicht auch den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung ein schnelles und konkretes Handeln. Der finanzielle Aufwand ist durch ein strukturiertes Belegungsmanagement und einzelne Mietverträge geringer, als dies bei einer zentralen Unterbringung der Fall wäre. Der wesentliche Faktor zur Integration ist die Sprache. Der Lahn-Dill-Kreis hat sich als Landkreis eigens Sprachkurse für Geflüchtete eingerichtet. Auch der Rechtskundeunterricht in Zusammenarbeit mit den Amtsgerichten ist permanenter Bestandteil unserer Integrationsarbeit. Außerdem nutzen wir die guten Netzwerke unserer Vereine als Mittler – Sportvereine, Kirchen, Wohlfahrtsverbände. Auch private und ehrenamtliche Bemühungen sind im Lahn-Dill-Kreis bisher sehr vorbildlich zum Tragen gekommen. Es ist ein neues Netzwerk zwischen den Ehrenamtlichen, den Städten und Gemeinden sowie der Kreisverwaltung entstanden, auf das wir sehr stolz sind. Zahlen belegen, dass sich unsere Bemühungen zur Integration der Geflüchteten lohnen: In den letzten zehn Monaten konnten wir 500 Zugewanderte in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vermitteln. Wir behalten unseren Kurs bei.

7.) Sind die Menschen im LDK mit ausreichend schnellen Internetverbindungen versorgt? Oder muss verbessert werden? Wenn ja, was soll der Kreis tun?

Ich bin stolz darauf, dass wir gemeinsam mit unseren Städten und Gemeinden ein flächendeckendes Breitbandnetz aufgebaut haben. Rund 44 Millionen Euro wurden ausgegeben, um über 95% der Haushalte im Lahn-Dill-Kreis mit Datengeschwindigkeiten über 30 Mbit/s zu versorgen. Jetzt geht es weiter. In einem zweiten Schritt wollen wir alle noch unterversorgten Haushalte sowie die Gewerbegebiete und unsere Schulen an dieses gute Niveau anpassen. Damit gelingt uns der Schritt in die den Gigabitbereich. Im nächsten Schritt planen wir, das kreisweite WLAN-Netz auszubauen und uns als Pilotregion für die nächste Mobilfunkgeneration 5G zu bewerben. Am Ende des Weges sollten jedes Haus und jede Firma über einen direkten Glasfaseranschluss verfügen (FTTH).

8.) Was soll der LDK tun, um die Gesundheitsversorgung der Einwohner sicherzustellen bzw. zu verbessern - zum einen was die hausärztliche Versorgung betrifft, zum anderen die kreiseigenen Lahn-Dill-Kliniken?

Die ambulante und stationäre Versorgung werden immer weiter zusammen wachsen im Lahn-Dill-Kreis. Mit dem Landarztnetz Lahn-Dill haben wir uns der Herausforderung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Bereich gestellt. Mit Erfolg, denn vier Arztpraxen im Kreisgebiet machen mit, Tendenz steigend. Wir sind auf einem guten Weg, was nicht zuletzt dadurch bestätigt wird, dass das Landarzt-Netz Lahn-Dill den Hessischen Demographie-Preis 2015 gewonnen hat. Der zweite wichtige Punkt in der Gesundheitsversorgung auf dem Land ist der weitere Ausbau der medizinischen Versorgungszentren an unseren Klinikstandorten im Kreis. Wir bereiten unsere Kliniken in Dillenburg, Wetzlar und Braunfels auf eine steigende Inanspruchnahme vor.

9.) Wenn Sie in den Haushalt des LDK blicken, an welcher Schraube würden Sie drehen und mehr bzw. weniger ausgeben?

Der Hessische Landesrechnungshof hat uns in der Vergangenheit mehrfach überprüft und immer wieder festgestellt, dass der Lahn-Dill-Kreis rechtmäßig und wirtschaftlich geführt wird. Der Personalkostenanteil beträgt 14,05% des Haushaltsvolumens. Der Anteil der sogenannten freiwilligen Aufgaben beträgt etwas mehr als 1% und kommt überwiegend den Vereinen und Verbänden zugute. Die Notwendigkeit unserer Ausgaben im laufenden Betrieb wird regelmäßig überprüft. Wir als Lahn-Dill-Kreis stehen in Konkurrenz zu anderen Regionen. Ich werde unseren Landkreis als Landrat nicht kaputt sparen, sondern in unsere Infrastruktur, unsere Bildung, die Digitalisierung und den Verkehr investieren. Das ist notwendig, um schrittzuhalten. Unser Hauptproblem ist es, dass die Kommunen 23% der staatlichen Aufgaben tragen müssen, aber nur 14% aus dem Topf der Steuereinnahmen erhalten. Eine höhere Beteiligung der Kommunen an der Umsatzsteuer würde uns entlasten.

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