Fünf Fragen und fünf Antworten zur aktuellen Diskussion über das Besucherbergwerk Grube Fortuna

Wetzlar / Dillenburg, 19. April 2010

1. Frage: Ist das Besucherbergwerk Grube Fortuna endgültig geschlossen?

1. Antwort: Nein.

Der Untertagebereich ist in der Saison 2010 nicht für den Besucherverkehr geöffnet. Der Gesamtstandort Grube Fortuna steht nicht zur Disposition. Als bedeutendes Denkmal regionaler Industriegeschichte wird das Besucherbergwerk erhalten und als zukünftiges Infozentrum des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus ausgebaut.

2. Frage: Hat die Grube Fortuna ein Sicherheitsproblem?

2. Antwort: Ja.

Vor dem Hintergrund eines erhöhten Sicherheitsbewusstseins und einer Aufforderung durch die zuständige Bergaufsichtsbehörde (RP Gießen) entspricht der vorhandene Notausgang nicht dem heutigen Stand der Technik. Hinzu kommen Probleme mit der Brandlast, der Organisation der Grubenrettung, der Notfallversorgung, der Standfestigkeit des Gebirges und diverser weiterer Faktoren.

3. Frage: Wer ist straf- und haftungsrechtlich verantwortlich für die Sicherheit der Besucher unter Tage?

3. Antwort: Landrat Wolfgang Schuster ist als Vertreter des Lahn-Dill-Kreises nach Bergrecht persönlich verantwortlich.

Für den Fall von Sach- und/oder Personenschäden im Untertagebereich haftet der Landrat persönlich für die Sicherheit aller Besucher unter Tage. Dies sind insbesondere auch Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren sowie ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Aus dieser Verantwortung heraus hat der Landrat nach eingehender interner Abstimmung mit dem Bergbaufachpersonal des Lahn-Dill-Kreises angewiesen, vorerst keine Einfahrten für Besucher zuzulassen.

Sämtliche derzeit in Frage kommenden Institutionen, Unternehmen und Vereine lehnen bis dato die Übernahme von Verantwortung in diesem Bereich kategorisch ab.


4. Frage: Hat der Lahn-Dill-Kreis reagiert?

4. Antwort: Ja.

Der Lahn-Dill-Kreis hat in den vergangenen zehn Jahren ca. vier Millionen Euro für die Aufrechterhaltung der Grube Fortuna investiert. Darin enthalten sind u.a. auch die Kosten für die Arbeiten zur Herstellung eines zweiten Notausgangs mit mechanischer Fahrung, wie er von der Bergaufsichtsbehörde (RP Gießen) unter Androhung von Zwangsgeld gefordert wurde. Bei Arbeiten des beauftragten Bergbau-Spezialunternehmens stellten sich jedoch die Lösungsansätze als ungeeignet dar. Zur nachhaltigen, gesamthaften Absicherung des Besucherverkehrs unter Tage und des daraus resultierenden mittelfristigen Finanzbedarfs wurde ein externes Sicherheitsgutachten in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Ende Mai 2010 erwartet werden.


5. Frage: Ist die Grube Fortuna noch einen Besuch wert?

5. Antwort: Ja.

Das Gelände der Grube Fortuna stellt mit seiner übertägigen Anlage, seinem Bergbaumuseum, dem Feld- und Grubenbahnmuseum, der Gaststätte „Zum Zechenhaus“, dem großflächigen Spielplatz und der Anbindung an die umliegenden Wanderwege auch ohne Schachteinfahrt ins Bergwerk ein attraktives Ausflugsziel dar. Weitere attraktivitätssteigernde Maßnahmen sind schon in diesem Jahr geplant!

Zurück