Heringsessen der SPD im "Superwahljahr"

Gleich drei wichtige Wahlen in Greifenstein!

So wie für Sozialdemokraten aus etlichen anderen Orten in der Region gehört auch für die Greifensteiner SPD das Heringsessen am Aschermittwoch zu den festen Terminen im Jahreskalender. Auch in diesem Jahr waren wieder viele Genossinnen und Genossen sowie etliche Nichtmitglieder in die Linde nach Holzhausen gekommen um bei "Pellkartoffel und Hering" über Politik zureden und gemütlich zu feiern.

Diesmal war es ein besonders politischer Aschermittwoch, denn neben den "Stammgästen"- unserem Landrat Wolfgang Schuster und unserem Landtagsabgeordneten  Stephan Grüger - war diesmal auch Marion Sander, die unabhängige Bürgermeisterkandidatin für Greifenstein, nach Holzhausen gekommen, um sich den Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen. Schließlich stehen für die Greifensteiner in diesem Jahr gleich drei Wahlen an: Im Mai werden BürgermeisterIn und Landrat gewählt und im Oktober der hessische Landtag. So waren auch alle drei Gäste im Wahlkampfmodus.

Frau Sander, die ja keine Einheimische ist, sondern aus dem Siegerland (Neunkirchen) kommt, hat eine Banklehre gemacht und danach ein Ingenieurstudium mit dem Hauptfach Stadtplanung absolviert und arbeitet auch in Neunkirchen als Stadtplanerin. Sie ist also durch Studium und Berufserfahrung sowohl im Bereich Finanzen wie im Bereich Planung fachlich qualifiziert, weshalb auch die SPD auf einer Mitgliederversammlung im Januar auch ihre Unterstützung beschlossen hat. Schließlich sind es gerade diese Qualifikationen, die in unserer Gemeinde besonders gebraucht werden. Ihre Ziele hat Frau Sander auch klar formuliert: Sie will in der Gemeinde mit oft sehr unterschiedlichen Interessen verbindend wirken und da sie als Ortsfremde weder irgendwelchen Ortsteilen oder Regionen noch Gruppen oder Parteien zugeordnet werden kann, hat sie bei diesem Bemühen nach der Einschätzung des SPD-Ortsvereins auch gute Erfolgschancen.

Als Nächster sprach Stephan Grüger über die aktuelle Landtagspolitik. Mit seinem gewohnten Temperament zeigte er die Fehler und Versäumnisse der derzeitigen schwarz-grünen Landesregierung auf, die oft zu Lasten und auf Kosten der Kommunen und ihrer Bürger gehen. Als Beispiele nannte er die verfehlte Infrastrukturpolitik, für die er als Beispiel die Landesstraßen in und um Greifenstein aufführte: Flickwerk statt ordentliche Erneuerung wird als Investition verkauft.

Ein anderes Beispiel sei das schnelle Internet im ländlichen Bereich: Auch hier hat der Lahn-Dill-Kreis selbst die Initiative ergriffen, weil auf dem Land Gewerbe ohne schnelles Internet abwandert und Wohnhäuser ohne entsprechenden Zugang gewaltig an Wert verlieren. Genauso ist die Kinderbetreuung eine Mogelpackung: Die angebliche Gebührenfreiheit ist nur für den Vormittag vorgesehen, so dass berufstätige Eltern, die auf eine Ganztagsbetreuung angewiesen sind, doch wieder zur Kasse gebeten werden. Dies trifft natürlich Alleinerziehende und Geringverdienende, bei denen beide Eltern arbeiten müssen, besonders hart.

Stephan Grüger nannte noch etliche Beispiele, in denen die derzeitige Landesregierung viel versprochen und wenig umgesetzt hat. Das wird sich hoffentlich im Herbst ändern, weil Schwarz-Grün nach derzeitigen Umfragen keine Mehrheit mehr hat.

Als Letzter sprach Wolfgang Schuster, der sich auch mit fast 60 Jahren noch kein bisschen amtsmüde zeigte. Er hatte sein neues druckfrisches Wahlprogramm dabei und erläuterte, was er sich für die nächste Wahlperiode vorgenommen hat. Auch bei ihm steht das schnelle Internet ganz oben auf der Agenda. Schulen und Krankenhäuser sollen mit aller Priorität Glasfaseranschlüsse bekommen, aber auch überall wo Kommunen Straßen für Leitungen aufreißen, dringt der Kreis darauf, dass auch Leerrohre für das schnelle Internet gleich mit verlegt werden.

Der Lahn-Dill-Kreis mit der höchsten Industriedichte in Hessen ist auf eine gute Infrastruktur angewiesen. Bildung und Schulen bis hin zum Studium Plus sorgen dafür, dass junge Fachkräfte nicht abwandern, weil sie dann frühestens als Rentner wieder kommen. Deshalb nimmt der Kreis auch in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand, um Schulen zu sanieren und auszubauen. Zum Schluss ging er auch noch auf die steigende Gefahr der Rechstpopulisten ein. Sie stellen, auch wenn sie es behaupten, keine Alternative dar, sondern wärmen nur alte Parolen aus dunklen Zeiten wieder auf. Außer Wut und Hass haben sie nichts zu bieten und Wolfgang Schuster ist entschlossen, ihnen entgegen zu treten, wo es geht.

Ortvereinsvorsitzender Werner Spies schloss sich dem an und sagte, dass die Wähler von AfD und Co. sich nicht darauf berufen könnten, sie hätten nur aus Protest die Rechtspopulisten gewählt. Wer wählt, trägt auch die Verantwortung dafür, wofür er stimmt und welches Gedankengut er unterstützt.

Die rund vierzig Besucherinnen und Besucher hatten an diesem politischen Aschermittwoch einen abwechslungsreichen und spannenden Abend.

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