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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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253 neue Altenpfleger gesucht!

Bericht zu Ärzten, Kliniken, Pflege und Apotheken im Lahn-Dill-Kreis

Dillenburg / Haiger / Herborn / Wetzlar. 71 neue Hausärzte werden in den nächsten Jahren im Lahn-Dill-Kreis gebraucht, außerdem 253 Pfleger in der Altenhilfe. Diese Zahlen listet der Gesundheitsreport 2014 auf. Er berichtet mit Statistiken über die Situation der Ärzte, Kliniken, Pflege und Apotheken im Kreis. Herausgeber sind das Hessische Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen. Eine Datenlese.

Hausärzte

Zurzeit gibt es laut Gesundheitsreport 177 Hausärzte an 118 Standorten im Kreisgebiet. Wenn sie im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand gehen, werden 2020 71 Hausärzte fehlen.

Hessenweit müssen die Patienten im Durchschnitt 5,1 Kilometer bis zu einem Hausarzt fahren. Im Lahn-Dill-Kreis seien es durchschnittlich 5,19 Kilometer, maximal neun Kilometer.

- Das Land Hessen, die KV Hessen sowie die Landesverbände der Krankenkassen und Ersatzkasse in Hessen wollen laut Report die Ansiedlung von Ärzten in unterversorgten Gebieten mit bis zu 50.000 Euro fördern.

Fachärzte

Das Problem im Lahn-Dill-Kreis: die Verteilung der Fachärzte. Die meisten Fachärzte haben sich laut Bericht in den Städten Wetzlar, Herborn und Dillenburg niedergelassen, einzelne noch in Hüttenberg, Braunfels, Leun, Haiger, Hohenahr und Aßlar. In den übrigen 14 Gemeinden im Kreisgebiet gebe es keine Fachärzte.

Die Patienten liegen im Schnitt zwischen sechs und sieben Tagen in den Kliniken

So müssen die Patienten hessenweit im Schnitt 11,2 Kilometer bis zu einem Facharzt fahren, im Lahn-Dill-Kreis durchschnittlich 14,2 Kilometer, in manchen Gebieten sogar mehr als 22 Kilometer.

In dem Gesundheitsreport heißt es außerdem: "Die Tendenz geht immer mehr in Richtung Gemeinschaftspraxis, in welcher sich mehrere Fachärzte zusammenschließen."

Kliniken

Sieben Kliniken versorgen die Patienten im Lahn-Dill-Kreis - eine Reihenfolge nach der Größe, gemessen an der Zahl der Betten (Stand 2012): Lahn-Dill-Klinikum Wetzlar-Braunfels (625 Betten), Vitos-Klinik (Psychiatrie) in Herborn (271), Dill-Kliniken in Dillenburg (261), Gertrudis-Klinik (Parkinson-Zentrum) in Leun-Biskirchen (120), Kaiserin-Auguste-Victoria Krankenhaus in Ehringshausen (100), Neurologische Fachklinik in Braunfels (62), Fachklinik für Drogenentzug in Waldsolms (14).

Die Verweildauer der Patienten liegt durchschnittlich bei 5,8 Tagen in Dillenburg, 6,3 Tagen in Ehringshausen sowie 6,7 Tagen im Klinikum Wetzlar-Braunfels. In der Psychiatrie in Herborn sind die Patienten am längsten, durchschnittlich 25,7 Tage, in Biskirchen 20,6 Tage, in Waldsolms 13,4 Tage und in der Neurologie in Braunfels 10,2 Tage.

Die Betten sind im Klinikum Wetzlar-Braunfels zu 75,9 Prozent ausgelastet, in Dillenburg zu 71,2 Prozent, in Ehringshausen zu 68,2 Prozent und in der Vitos-Klinik in Herborn zu 91,9 Prozent.

Die Zahl der Geburten in den Krankenhäusern in 2012: Wetzlar-Braunfels (530), Dillenburg (358) und Ehringshausen (355).

Pflege

45 Pflegeheime mit 2781 Pflegeplätzen (Stand: Ende 2011) gibt es im Lahn-Dill-Kreis. In Hessen bieten nur die Städte Frankfurt und Kassel sowie der Wetterau- und der Main-Kinzig-Kreis mehr Pflegeplätze an.

Laut Report gibt es im Lahn-Dill-Kreis in der Altenhilfe 173 Gesundheits- und Krankenpfleger sowie 500 Altenpfleger. Bis 2020 würden weitere 82 Pfleger benötigt, um dem zunehmenden Pflegebedarf in einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden. Außerdem noch 171 Pfleger als Nachfolger für die Pfleger, die bis dahin in Ruhestand gehen. Bis 2020 werden im Kreis also insgesamt 253 neue Pfleger für die Altenhilfe gebraucht.

Apotheken

Im Lahn-Dill-Kreis gibt es 62 Apotheken (Standorte plus Filialen). Nur in den Gemeinden Hohenahr und Siegbach gibt es laut Report keine Apotheke.

Die Apothekendichte: Auf 4090 Einwohner kommt eine Apotheke, der Durchschnitt der hessischen Landkreise liegt bei 3928 Einwohner pro Apotheke. Innerhalb des Lahn-Dill-Kreises haben Wetzlar (2861 Einwohner pro Apotheke), Leun (2898), und Dillenburg (2951) die größte Apothekendichte, die geringste haben - nach Hohenahr und Siegbach Eschenburg (10 399), Haiger (9552) und Greifenstein (6986).

Das Durchschnittsalter der Apothekeninhaber im Lahn-Dill-Kreis liegt bei 50,7 Jahren (Hessen: 52,6 Jahre). Gehen sie im Alter von 65 Jahren in Ruhestand, fehlen 2025 22 Apothekeninhaber.

Immer mehr Hausarztbesuche

Obwohl die Bevölkerung im Lahn-Dill-Kreis in den nächsten Jahren weniger wird, nimmt die Zahl der Hausarztbesuche insgesamt zu. Das hängt mit dem steigenden Alter der Bevölkerung zusammen. Laut dem "Gesundheitsreport 2014" gehen 20- bis 45-Jährige 5,5 mal im Jahr zum Arzt, 45- bis 65-Jährige 8,5 mal, 65- bis 80-Jährige 14 mal und über 80-Jährige 20 mal. So stellt der Report für den Kreis folgende Prognose auf:

Bevölkerung:

- 2011: 252.477
- 2020: 241.351

Hausarztbesuche:

- 2011: 2.019.200
- 2020: 2.021.283

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