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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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29 Meter höher als der Kölner Dom

Viele Besucher informieren sich über die Anlagen am Knoten

Driedorf-Mademühlen (sig/s). Viele Besucher haben am Freitagnachmittag die Gelegenheit genutzt, um sich über die noch im Bau befindlichen Windenergieanlagen (WEA) auf dem Knoten zu informieren.

Die Möglichkeit dazu bot der "Tag des offenen Windrades", den der zukünftige Betreiber der "Windpark Knoten GmbH", die Hermann Hofmann Gruppe (Herhof) aus Solms-Niederbiel, am Standort der WEA in der Mademühlener Gemarkung veranstaltete. Mit im Boot waren auch der Hersteller Enercon sowie Vertreter der Gemeinden Driedorf und Greifenstein.

Schuster: "Geld bleibt in Region"

Obwohl die Anlagen bisher lediglich als 80-Meter-Türme in der Landschaft stehen, hatten viele Interessierte den Weg an den Rand des Knotenmassivs gefunden.

Auch Thomas Scholz, Bürgermeister der Nachbargemeinde Mengerskirchen, hatte sich unter die Gäste gemischt. In seinem Marktflecken soll im kommenden Jahr der Bau von drei Windenergieanlagen beginnen.

Michael Koch, Geschäftsführer der Herhof-Gruppe, begrüßte neben Landrat Wolfgang Schuster (SPD) auch Marion Ruppel von der Genehmigungsbehörde des Regierungspräsidiums in Gießen sowie Martin Oehm von der Firma Enercon und wartete mit einigen interessanten Details auf. So erfuhren die Anwesenden, dass auf die Ständer mit derzeit 80 Metern Höhe noch einmal ein 55 Meter hohes Stahlteil gesetzt werde. Dazu komme eigens ein Raupenkran mit einer Gesamthöhe von 160 Metern zum Einsatz.

Wenn die Gondel mit den Flügeln montiert sei, hätte ein "Enercon E101" - so die offizielle Bezeichnung der WEA - die stolze Gesamthöhe von 186 Metern. Damit ist sie 29 Meter höher als der Kölner Dom.

Aus informellen Quellen war zu erfahren, dass die Baukosten pro Rad bei zirka drei Millionen Euro lägen. Die zu erwartenden Bruttoeinnahmen aus dem Betrieb einer Anlage beliefen sich auf über 400 000 Euro jährlich.

Wenn die vier Anlagen (drei auf Greifensteiner und eine auf Driedorfer Gemarkung) im vierten Quartal dieses Jahres in Rotation kommen, speisen sie insgesamt 35 000 Megawattstunden jährlich ins öffentliche Netz. Damit ließen sich 7800 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen, so Geschäftsführer Koch.

Er machte gleichzeitig deutlich, dass nach den notwendigen Rodungen für die Bauvorhaben an anderer Stelle umgehend wieder aufgeforstet würde.

Landrat Schuster rechnete vor, dass die rund 250 000 Bewohner des Lahn-Dill-Kreises jährlich rund 750 Millionen Euro für Wärme, Strom und Mobilität ausgäben. "Dieses Geld geht allerdings jedes Jahr aus dem Kreisgebiet weg. Wenn die notwendige Energie vor Ort erzeugt wird, bleibt das Geld in der Region", so Schuster. Der Preis dafür wäre allerdings, dass man die Anlagen schon von Weitem sähe.

Driedorfs Bürgermeister Dirk Hardt (SPD) freute sich, dass seine Gemeinde bei de Energieprojekt mitwirken dürfe. Und die Kämmerer von Greifenstein und Driedorf würden sich noch mehr freuen, wenn die E.ON durch die Verlegung der notwendigen Stromleitungen die Anlagen recht bald ans Netz bringen würde.

Wolfgang Leineweber (SPD), Erster Beigeordneter der Gemeinde Greifenstein, erinnerte daran, dass es auch Widerstand gegen den Bau der WEA gegeben habe. Auf die Bedenken wegen des Eingriffs in die Landschaft sei allerdings entsprechend eingegangen worden. "Die Fürstimmen waren deutlich kräftiger als die Gegenstimmen", so Leineweber.

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