3. FORUM Familienfreundlichkeit im Evangelischen Familienzentrum Frohnhausen

Presseinformation Lahn-Dill-Kreis

Der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete Stephan Aurand eröffnete das 3. FORUM Familienfreundlichkeit, das dieses Jahr out of order in den Räumlichkeiten des Evangelischen Familienzentrums Dillenburg-Frohnhausen stattfand. 

Aus dem Veranstaltungsprogramm kann man die Vielfältigkeit der Familienfreundlichkeits-Angebote im Lahn-Dill-Kreis entnehmen, die sich auf die gesamte Bandbreite von „Jung bis Alt“ bezieht. Nicht nur im Vorschulbereich, sondern auch im Alter ist man im Lahn-Dill-Kreis mit gutem Gewissen versorgt, fasst Stephan Aurand die Situation zusammen.

Landrat Wolfgang Schuster resümierte die bisherige Bündnisarbeit im Lahn-Dill-Kreis. Die Prognos-Studie zeigte die Erfolge aller im Bündnis Aktiven auf; im Familienatlas 2007 wurde der Lahn-Dill-Kreis noch als eine passive Region, Rang 346 von 439 aller Kreise und kreisfreien Städte, bewertet. Fünf Jahre später hat sich der Kreis laut Familienatlas 2012 zu einer „profilierten“ Region für Familien entwickelt. Trotzdem besteht weiterer Handlungsbedarf in der Vereinbarkeit von Familie – Alt und Jung – und Beruf. Denn durch die demografische Entwicklung bedingt, wird zukünftig vermehrt die Frage auftreten, wie die Kinder ihre Eltern „betreuen“ können.

Familienfreundlichkeit von Jung bis Alt wird im Evangelischen Familienzentrum Frohnhausen bewusst gelebt – bis zu den Senioren hin werden die Aufgabenbereiche miteinander verbunden. Ralf Schaffner, Kirchenvorstandsvorsitzender der Ev. Kirchengemeinde Frohnhausen, freute sich, das Bündnis für Familie in den eigenen Räumlichkeiten begrüßen zu dürfen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf – ein wichtiger Standortfaktor

Als Hauptreferent des Forums konnte Karlheinz Löw, Leiter der Hauptabteilung „Personal- und Ressourcenmanagement“ der AOK Hessen, gewonnen werden. Löw berichtete als Personaler über das „Frauenunternehmen“ AOK und den Umgang mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade das Thema Pflege von Angehörigen ist als Arbeitgeber ein wichtiges Thema. Dementsprechend werden neben den gesetzlichen Möglichkeiten den einzelnen Mitarbeitenden darüber hinausgehende Angebote (Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistung, Beratungsangebote, Serviceleistungen, Schulungen und Netzwerkarbeit) unterbreitet. So kann die Frauenerwerbstätigkeit im Unternehmen ausgebaut und dem demografischen Wandel – als eine große Herausforderung für den Arbeitsmarkt – begegnet werden. Löws Fazit lautete: Je früher sich ein Arbeitgeber mit der Thematik beschäftigt, desto besser ist er für die Zukunft gesichert.

Beispiele aus dem Lahn-Dill-Kreis

Götz Konrad, Bürgermeister von Eschenburg und Sprecher der AG familienfreundliche Städte und Gemeinden, leitete über zu den sieben best practice-Beispielen aus dem Lahn-Dill-Kreis. Die vielen tollen Ideen, die hier im 3. Forum vorgestellt werden, sollen zum Nachmachen inspirieren:

  • Annegret Müller, AWO Kreisverband Lahn-Dill e. V., berichtete über die ersten eingerichteten Tagespflegenester, bei denen Kinder von Tagespflegepersonen (in Festeinstellung bei der AWO), betreut werden. Am 7.Oktober 2014 wurde das AWO Kindertagespflege-Nest Wetzlar offiziell im Beisein von Staatsminister Stefan Grüttner, Vertretern der Kommunen und Firmen eröffnet. Kooperationspartner sind die Firmen Bosch Thermotechnik und Zeiss in Wetzlar, die die Betreuungsplätze für ihre Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen zur Verfügung stellen
  • „Freiwilligendienst aller Generationen“ bietet Menschen jeden Alters die Möglichkeit, sich sinnvoll Projekten, in sozialen, kulturellen oder anderen Einrichtungen für das Gemeinwohl zu engagieren, beschrieb Ute Ketter die Aufgaben des Freiwilligenzentrum Mittelhessens.
  • Heike Watz der Tagespflege Schöffengrund schilderte anhand eines Fallbeispiels die Zusammenarbeit der Sozialstation mit der der Kindertagesstätte.
  • Ganz auf die Älteren hat sich die Beratungsstelle für ältere Menschen und Angehörige spezialisiert – eine gemeinsame Beratungsstelle der Caritas (Nordkreis) und des Diakonischen Werkes (Südkreis), Doris Metzendorf, Caritasverband Wetzlar / LDE, erläuterte die Hauptaufgaben; Krisenintervention, Vermittlung von Entlastungsangebote während der Pflege, Demenzberatung sowie Wohnraumanpassung.
  • Auf Grund Sprach- und Kommunikationsschwierigkeiten mit türkischstämmigen Müttern in der Beratungsarbeit, wurden die „Deutschkurse für Mütter mit Migrationshintergrund“ als sozialraumorientierte Umsetzung in Eschenburg und Dietzhölztal eingerichtet, stellte Karin Ziegler, Elisabeth-Verein e.V., das regional verankerte Projekt vor.
  • In Dillenburg bot es sich an, so Peter Bittermann, Haus Elisabeth der Josefs-Gesellschaft in Dillenburg, das Altenpflegeheim mit einer Kindertagesstätte zu erweitern. Für Brigitte Dostal, Kindertagesstätte St. Nikolaus, entstand damit ein selbstverständliches Miteinander (besuchen, vorlesen, singen, zuschauen und mitmachen) von Jung und Alt unter einem Dach.
  • Im gerade frisch eröffneten DRK Seniorenzentrum Dillenburg (Frohnhausen) wurden bereits Kooperationsvereinbarungen mit dem Familienzentrum und der Goldbachschule geschlossen, publizierte Bruno Lehberger, DRK-Kreisverband Dillkreis e. V. die gemeinsame Zusammenarbeit.

Götz Konrad bedankte sich bei allen Beteiligten für die sehr gelungene Veranstaltung und kündigte die nun bald durchgeführte dritte Befragung zur Familienfreundlichkeit in den Städten und Gemeinden an, deren Ergebnisse beim 10-jährigen Bestehen des Bündnisses für Familie im Herbst 2015 öffentlich vorgestellt werden. Diese Befragung unterstützt die Kommunen, ihre eigene Arbeit vor Ort zu analysieren und zu reflektieren, um daraus ein Entwicklungsprozess für eine familienfreundliche bzw. familienfreundlichere sowie generationenfreundliche Kommune miteinander zu erarbeiten.

Ansprechpartnerin beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema: Meike Menn, Tel.: 06441 407 1222, E-Mail: .

Fotos (LDK privat)
Karlheinz Löw; Forum; Infotisch

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