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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Kreis würdigt Bürgereinsatz

Natur- und Denkmalschutzpreise vergeben

Wetzlar (hp). Der Lahn-Dill-Kreis hat den Denkmal- und Umweltschutzpreis 2013 vergeben. Der Naturschutzpreis ging an drei Empfänger.

Eine Feierstunde am Montag im Sitzungssaal des Kreistages diente als Rahmen für die Verleihung.

"Das Ziel dieser Preise ist die Förderung außerordentlichen Engagements, die Botschaft, dass jeder die Chance hat dabei zu sein und ich danke allen, die sich über Jahre und Jahrzehnte in bemerkenswerter Weise für ihren Landkreis einsetzen und für die Allgemeinheit Unbezahlbares in die Tat umsetzen", so Landrat Wolfgang Schuster, der unter den rund 100 Gästen auch die Kreistagsvorsitzende Elisabeth Müller sowie die Bürgermeister der Kommunen begrüßte, in denen die Preisträger Projekte umsetzen.

Der mit 3000 Euro dotierte Naturschutzpreis wurde gedrittelt. Laudator Rudolf Fippl, Vorsitzender des Naturschutzbeirates, erläuterte die Verdienste der Nabu-Ortsgruppe Sechshelden, die in den 1990er Jahren begann, die nahezu verbuschte Wacholderheide in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Diese Heideflächen zählten zu den typischen Landschaftselementen im nördlichen Lahn-Dill-Kreis. Mit dem Verschwinden der Schafe aus der Landschaft wichen die Heideflächen, die erst in den vergangenen 20 Jahren gerettet werden konnten. Der Vorsitzende des Nabu, Karl-Heinz Lenz, konnte Urkunde, Plakette und 1200 Euro entgegennehmen.

Lob für das "Wunder von Beilstein" und den Finder des Schwertes

600 Euro erhielt Leiterin Franziska Heinen für den Waldkindergarten "Waldmäuse" in Ehringshausen. "Mit der Natur aufwachsen, dabei Motorik und Koordination schulen, gesundes Sozialverhalten lernen, eigene Stärken und Fähigkeiten spielerisch erkennen und dabei viel Spaß haben, steht im Mittelpunkt der Arbeit", erläuterte 1. Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber.

1200 Euro bekamen Gerhard Neitzsch, Werner Schindler und Walter Veit als Redaktionsteam der "Vogelkundlichen Berichte Lahn-Dill". 1986 gründeten die Kreisverbände Lahn-Dill des Naturschutzbundes und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz diese Zeitschrift, die alljährlich erscheint und alle erwähnenswerten Vogelbeobachtungen eines Jahres komprimiert darstellt.

"Ohne unsere Naturschutzpreisträger hätten wir deutlich weniger Landschaft und Lebensräume, denn sie kümmerten sich bereits zu Zeiten um ihre Umwelt, als Klimaschutz, Bodenversiegelung und ähnliche Themen, noch nicht so im Blickpunkt standen wie heute", so der Kreisbeigeordnete.

Die 5000 Euro des Denkmalschutzpreises gingen an die Ehepaare Elke und Raimund Würz, Martha und Axel Schmidt sowie Daniel Franke, die aus dem abbruchreifen früheren Hotel-Restaurant am Froschweiher in Beilstein das Landgasthaus "Hui Wäller" machten; ein Schmuckstück, das der Vorsitzende des Denkmalbeirats, Axel Hahn, in seiner Laudatio als "Wunder von Beilstein" bezeichnete. Das Gasthaus, das zwischen 1810 und 1820 erbaut wurde, ist Bestandteil der denkmalgeschützten Gesamtanlage von Beilstein, die den Burgbereich mit Schlosskirche und den nördlich und östlich anschließenden Ortskern umfasst.

"In Stampflehmbauweise mit etwa 70 Zentimeter dicken Außenwänden errichtet, war das Gebäude in der Bauart für Beilstein untypisch", so Hahn. Als es um den Abriss ging, trat Martha Schmidt auf den Plan und setzte sich für den Erhalt ein.

"So kaufte die Familie Würz das Anwesen und die Familie Schmidt ging als Pächter an die Arbeit, aus dem hässlichen Entlein wieder einen stolzen Schwan zu machen und Skeptiker zu überzeugen, dass man aus einem historischen Gebäude etwas Bedeutendes schaffen kann, das für alle einen Gewinn bedeutet", so Hahn.

Als Besonderheit der Preisverleihung gab es durch Denkmalbeiratsmitglied Tim Schönwetter Lob für Torsten Heß, dessen Geistesgegenwart der Fund des Solmser Merowingerschwertes zu verdanken ist. "Der Fund ist zumindest eine kleine Sensation, da es aus dieser Zeit in der Region nur wenige Funde gibt, und wir danken im Namen der Archäologie, dass Torsten Heß den Fund gemeldet hat und auch der Stadt Solms, die den Fundort für mögliche weitere Untersuchungen ruhen lässt."

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