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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Lahn-Dill-Kreis

Lahn-Dill-Kreis weist Kommunen Geflüchtete zu

Notunterkunft Finsterloh in Wetzlar wird im April geräumt / Keine alternative Unterbringung möglich

Seit der ersten Aprilwoche 2023 delegiert der Lahn-Dill-Kreis wieder geflüchtete Menschen an die 23 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet. Nachdem im Sommer 2022 keine Plätze mehr in den kreiseigenen Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung standen, war die Zuweisung Geflüchteter aus der Ukraine an die Kommunen schon einmal notwendig geworden. Um die Städte und Gemeinden zu entlasten, errichtete der Kreis mit Unterstützung der Städte Wetzlar und Haiger Ende des vergangenen Jahres zwei Notunterkünfte, die jedoch nur befristet genutzt werden können.

Der Zeltabbau auf dem Festplatz Finsterloh in Wetzlar beginnt am 8. Mai 2023, bis Ende Mai muss der Platz geräumt sein. Die Menschen, junge Männer aus verschiedenen Kriegs- und Krisengebieten der Welt, die aktuell dort untergebracht sind, werden seit Anfang April 2023 auf die kreiseigenen Unterkünfte verteilt. Da auch die kreiseigenen, dezentralen Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft sind, werden Menschen aus der Ukraine in einem ersten Schritt aus den Gemeinschaftsunterkünfte an die Städte und Gemeinden verteilt. Insgesamt betreibt der Lahn-Dill-Kreis aktuell 120 Gemeinschaftsunterkünfte, 2.200 Menschen leben dort. Nicht mit inbegriffen in diesen Zahlen sind die beiden Notunterkünfte in Wetzlar und Haiger, die zur Zeit von insgesamt 500 Menschen bewohnt werden. Wöchentlich erreichen den Kreis aktuell etwa 50 bis 60 Neuankömmlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen.

Der Fachdienst Integration und Zuwanderung, der für die Unterbringung Geflüchteter zuständig ist, hat dazu einen neuen Verteilerschlüssel entwickelt, der sich eng am Königsteiner Schlüssel orientiert. Berücksichtigt werden außerdem der Ausländeranteil jeder Kommune und bereits bestehende oder geplante Gemeinschaftsunterkünfte. So ergibt sich, dass im April dieses Jahres bis zu 360 Menschen von den Städten und Gemeinden selbst untergebracht werden müssen. Dabei stehen die Fachdienste des Lahn-Dill-Kreises Integration und Zuwanderung sowie Sozialarbeit in engem Austausch mit den Kommunen. Sie beraten zu geeigneten Unterkünften, aber auch zum Thema Sicherheit, und die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter betreuen die zugewiesenen Menschen weiter vor Ort.

Bis Ende April 2023 werden folgenden Kommunen Menschen zugewiesen:

Braunfels, Breitscheid, Bischoffen, Dietzhölztal, Dillenburg, Ehringshausen, Eschenburg, Greifenstein, Herborn, Hüttenberg, Leun, Mittenaar, Schöffengrund, Siegbach, Sinn, Waldsolms.

„Seit über zwei Jahren sind wir in engem Austausch mit den Kommunen und bitten darum, uns geeignete Immobilien oder Flächen zu melden, wo Gemeinschaftsunterkünfte entstehen könnten“, sagte Kreis-Sozialdezernent Stephan Aurand, als er die Delegations-Pläne den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern vorstellte. Die bisherigen Rückmeldungen prüft der Fachdienst Integration und Zuwanderung. Kurzfristige Lösungen, größere Unterkünfte zu schaffen, wie auf dem Paradeplatz in Haiger oder Finsterloh in Wetzlar, sind aktuell nicht darunter. Frühestens Ende des Jahres könnte auf dem Stadtgebiet von Solms eine Gemeinschaftsunterkunft bezugsfertig sein, in der bis zu 200 Menschen untergebracht werden können.

Abteilungsleiterin für Soziales, Anne Peter-Lauff, bestärkte die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister noch einmal darin, weiterhin Flächen und geeignete Immobilien zu melden, denn der Lahn-Dill-Kreis werde die Kommunen bei der Betreuung der Menschen vor Ort eng unterstützen. So würden beispielsweise die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter weiter für die Geflüchteten da sein. Polizisten im Ruhestand, die aktuell für das Kreis-Sozialamt tätig sind, würden auch die Kommunen in Sicherheitsfragen gerne unterstützen, sowohl die Sicherheit in einer Gemeinschaftsunterkunft betreffend als auch von außen. „Mit den beiden Notunterkünften haben wir nur gute Erfahrungen gemacht. Unser Sicherheitskonzept und die gute soziale Betreuung vor Ort gehen auf“, betonte Stephan Aurand. Er können die Politikerinnen und Politiker, aber auch die Bürgerinnen und Bürger nur bestärken, gemeinsam für eine Integration geflüchteter Menschen vor Ort einzutreten.

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