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Lohn reicht nicht zum Leben

Weniger arbeitslose Hartz-IV-Empfänger, aber mehr Lohnergänzungen

Wetzlar (cam). Die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger ist 2007 im Lahn-Dill-Kreis um 7,9 Prozent gesunken. Eine entsprechende Bilanz hat die Lahn-Dill-Arbeit GmbH vorgelegt. Gleichzeitig bekommen mehr Menschen als zuvor das Arbeitslosengeld II als ergänzende Zahlung: Sie sind zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts darauf angewiesen, obwohl sie Arbeit haben.

Konkret ist die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger von Januar bis Dezember 2007 von 7083 auf 6522 Personen gesunken. Lahn-Dill-Arbeit-Geschäftsführer Peter Dubowy, hebt besonders die Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit hervor. Waren 2006 durchschnittlich 956 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, konnte die Zahl auf durchschnittlich 607 in 2007 reduziert werden. Rückläufig ist auch die Zahl der über 50-Jährigen arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die binnen eines Jahres von 695 auf 533 gesunken ist.

  • 4353Menschen im Training

Insgesamt konnte die gemeinsame Gesellschaft von Arbeitsagentur und Kreis im abgelaufenen Jahr 4300 langzeitarbeitslose Menschen direkt in den Arbeitsmarkt integrieren. Für Dubowy ist das eine "riesige Zahl". Landrat Wolfgang Schuster (SPD) erklärte, die Erfolge seien "mehr als beeindruckend". Die ausgezahlte Summe an Arbeitslosengeld II verringerte sich um 7,1 Prozent. Aufgewendet wurden rund 41,8 Millionen Euro für Hartz IV und Sozialgeld. Hinzu kamen noch rund 33 Millionen Euro für Unterkunfts-Zuschüsse. Knapp zehn Millionen Euro betrug das Eingliederungsbudget, die Verwaltungskosten werden mit gut 12 Millionen Euro beziffert.

Die 230 Mitarbeiter der Lahn-Dill-Arbeit haben 2007 mehr als 17 000 hilfebedürftige Erwerbsfähige betreut. Bearbeitet wurden rund 18 000 eingegangene Anträge - und das im Durchschnitt innerhalb von neun Tagen. Weniger positiv sehen die Verantwortlichen die gestiegenen Zahlungen eines "ergänzenden" Arbeitslosengeldes II. So sind immer mehr Menschen trotz Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf diese Leistungen angewiesen. Die Zahl stieg zwischen September 2006 und September 2007 von 1993 auf 3127 Betroffene, was einem Viertel der insgesamt rund 12 000 Arbeitslosengeld-II-Empfänger entspricht. Eine Ursache dafür liege beispielsweise darin, dass Menschen, die Angehörige betreuen,
nur Teilzeittätigkeiten aufnehmen können. Ein weiterer Grund ist, dass das Einkommen aus Vollzeittätigkeit oft den Lebensbedarf einer Familie nicht mehr decken kann. Bei der Einordnung der Gesamt-Bilanz sprach Wolfgang Schuster von einem "Champions-League-Qualifikationsplatz". Peter Dubowy erklärte, man sei "in Mittelhessen das Maß der Dinge". Die Integrationsquoten lägen sogar über denen im Rhein-Main-Gebiet. In einem wirtschaftlich günstigen Umfeld sei der Arbeitsmarkt von einer großen Dynamik geprägt. Damit die Integration auch möglichst dauerhaft ist, wurde mit 84 Prozent der Arbeitslosengeld-II-Empfänger eine Eingliederungsvereinbarung geschlossen. Das bedeutet, dass bestimmte Pflichten, wie das Absolvieren eines Sprachkurses oder das Aufsuchen einer Suchtberatung, vertraglich geregelt werden. Um das Prinzip des "Forderns und Förderns" umzusetzen, wurden 2007 insgesamt 4353 Menschen in Trainings und Qualifizierungsmaßnahmen weitergebildet.

Das gemeinsame Engagement in der Lahn-Dill-Arbeit wird also von allen Beteiligten als Erfolg gesehen. "Das gemeinsame Projekt ist nach drei Jahren auf einem guten Kurs", erklärt Angelika Berbuir, die Leiterin der Agentur für Arbeit Wetzlar.

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