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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

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Polizeidirektor Rolf Krämer und Kriminaloberrätin Simone Wagner stellen die „Polizeiliche Kriminalstatistik 2009“ vor:

Presseinformation Polizeipräsidium Mittelhessen

  • Erneut hohe Aufklärungsquote
  • Zahl der Straftaten auf niedrigstem Stand seit 1991

Lahn-Dill-Kreis: Erneut weist die Polizeiliche Kriminalstatistik für den Bereich der Polizeidirektion Lahn-Dill eine außerordentlich hohe Aufklärungsquote auf. Mit 60,8 Prozent haben sich die Beamten an Lahn und Dill den Spitzenplatz in Mittelhessen erarbeitet. „Darauf sind wir stolz“, sagen der Leiter der Polizeidirektion Lahn-Dill, Polizeidirektor Rolf Krämer, und die Leiterin der Regionalen Kriminalinspektion, Kriminaloberrätin Simone Wagner. „Seit 2005 haben wir kontinuierlich Aufklärungsquoten von über 60 Prozent. Das zeigt, dass alle Beamten in den Dienstgruppen, Ermittlungsgruppen und Kommissariaten professionell, engagiert und auf einem hohen Niveau zum Wohle der Bevölkerung arbeiten“ betonten beide.

„Durch die erneut hohe Aufklärungsquote machen wir deutlich, dass wir das Vertrauen der Bevölkerung an Lahn und Dill rechtfertigen und für deren Sicherheit kompetent einstehen“ fügt Krämer an. Er sprach den Bediensteten der Polizeidirektion Lahn-Dill Anerkennung für die geleistete Arbeit aus und bedankte sich auch bei den Bürgern im Landkreis: „Ohne ein gutes Verhältnis zwischen Polizei und Bürger sind solche Ergebnisse nicht zu erzielen.“ Mit der erneut gesunkenen Gesamtzahl der registrierten Straftaten wird unterstrichen, dass man im Lahn-Dill-Kreis sicher lebt. „Das ist seit 1991 der niedrigste Stand“, stellt Polizeidirektor Krämer fest. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Statistik einen nochmaligen Rückgang um 4,5 Prozentpunkte auf nunmehr 10.862 Fälle. (2008 = 11.373).

Auch die wiederum niedrige Häufigkeitszahl (Straftatenaufkommen je 100.000 Einwohner) ist ein Beleg für den Sicherheitsgewinn der Menschen im Lahn-Dill-Kreis. Die unter Experten bekannte Marke von 7.000 wird mit 4.233 ebenso deutlich unterschritten wie der landesweite Durchschnitt von 6.711.

Ein Anstieg ist hessenweit im Bereich der Wohnungseinbrüche festzustellen. Auch die Statistik für die Polizeidirektion Lahn-Dill weist hier eine deutliche Zunahme auf. Insgesamt waren 273 Taten zu verzeichnen - im Vorjahr waren es 138. Allein zwischen Oktober und Dezember 2009 schlugen die Ganoven 182 Mal im Kreisgebiet zu. Neben regionalen Tätern dürften hierfür auch reisende Tätergruppierungen verantwortlich sein, die über das Rhein-Main-Gebiet kommend vermutlich bis in den Lahn-Dill-Kreis hinein tätig waren. Gerade die durch das Kreisgebiet verlaufende A 45 bietet aus Tätersicht eine gute Infrastruktur. So verwundert es auch nicht, dass gerade im Nahbereich der Autobahn zahlreiche Einbrüche registriert wurden.

Um in Zukunft noch besser auf bestimmte Phänomene reagieren zu können, hat die Polizeidirektion Lahn-Dill Anfang November 2009 eine Sondereinheit ins Leben gerufen - die sogenannte „Regionale Tatortgruppe“. Ziel dieser Einrichtung ist es, die Qualität der Spurensuche und Spurensicherung - als Grundlage einer erfolgreichen Kriminalitätsbekämpfung - anzuheben. Darüber hinaus wurden in den zurückliegenden Monaten alle Beamten immer wieder hinsichtlich der zunehmenden Wohnungseinbrüche sensibilisiert und weiterhin die Streifentätigkeit von Beamten in Uniform und in ziviler Kleidung intensiviert.

„Die zumeist niedrige Aufklärungsquote bei diesen Delikten zeigt, wie schwierig es ist, die Täter zu ermitteln. Insbesondere durch ein verbessertes Spurenmanagement wollen wir hier neue Wege beschreiten, um nachhaltige Erfolge zu ermöglichen“, erklärt Rolf Krämer. „Darüber hinaus werden wir auch nach wie vor in die Prävention investieren. Unsere Erfahrung zeigt, dass Einbrecher in aller Regel schlecht gesicherte Häuser oder Wohnungen aufsuchen“, fährt der Polizeidirektor fort. Krämer untermauert diese Aussage mit einem Hinweis auf die gestiegene Zahl der im Versuchsstadium stecken gebliebenen Fälle. Im Vergleich zu 2008 registriert die Statistik hier einen Anstieg auf nunmehr rund 44 % (Vorjahr 35,5 Prozent). Der kriminalpolizeiliche Berater der Polizeidirektion Lahn-Dill, Kriminalhauptkommissar Bernd Fuchs, erteilt auf Wunsch vor Ort fundierte Ratschläge und Tipps, wie man sein Eigentum angemessen schützt. Er ist unter der Telefonnummer 02771/907-122 zu erreichen.

Die sogenannten Straftaten gegen das Leben stiegen von 12 auf 14 an. Sie unterteilen sich in vier Ermittlungsverfahren wegen Mord, sechs wegen Totschlag und vier wegen fahrlässiger Tötung. Bei diesen Delikten handelt es sich zumeist um Beziehungstaten, die durch polizeiliche Maßnahmen kaum beeinflussbar sind. Die Körperverletzungsdelikte gingen von 1.018 im Vorjahr auf 964 zurück. Das ist ein Rückgang von 5,3 Prozent. Hervorzuheben ist auch die deutliche Abnahme bei Raubstraftaten um 24,4 Prozent auf jetzt 59. Einfache Diebstahlsdelikte gingen bei nahezu gleichbleibender Aufklärungsquote von 47 Prozent um 176 Fälle auf jetzt 2.382 zurück. Im Gegensatz zum Landestrend war die festgestellte Internetkriminalität im Lahn-Dill-Kreis rückläufig. Die registrierten Fälle nahmen um 53 auf nunmehr 681 ab. Auffällig in diesem Bereich sind die 70 Verstöße gegen das Markengesetz, die allesamt bei der Polizeistation Wetzlar anfielen. In diesen Verfahren ging es um das Anbieten gefälschter Textilien über ein Internetauktionshaus. Die Ermittler waren in diesem Zusammenhang bundesweit tätig. Seit 2005 (915 Fälle) nimmt die Zahl der registrierten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz stetig ab. Im Jahr 2009 weist die Statistik 607 Fälle auf. Das tatsächliche Ausmaß der Drogenkriminalität lässt sich jedoch auf Grundlage dieser Statistik nur eingeschränkt bewerten. Die Entwicklung ist einerseits abhängig vom Kontrollumfang durch die Polizei und andererseits vom Ausmaß der erforderlichen Ermittlungen. Auch die Gewaltkriminalität, dazu zählen unter anderem Raubdelikte und schwere sowie gefährliche Körperverletzungen, ging zurück. Von 418 registrierten Taten in 2008 auf 380 in 2009.

Ebenso erfreulich ist der Rückgang der Straßenkriminalität um 118 auf jetzt 2.189 Fälle - bei gleichbleibender Aufklärungsquote (25,5 %). Unter diesen Deliktsbereich fallen alle Taten, die ausschließlich oder überwiegend auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen (einschließlich öffentlicher Verkehrsmittel) begangen werden. Gerade diese Straftatengruppe wirkt sich besonders auf das Sicherheitsempfinden der Bürger aus.

Torsten Liebig
Pressesprecher

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