Rückblick 2012 / Ausblick auf 2013

Das herausragende Ereignis im heimischen Raum war aber der Hessentag vom 1. bis 10. Juni 2012 in der Kreisstadt Wetzlar. Engagierte Helfer, zufriedene Besucher und tolle Veranstaltungen kennzeichneten das Landesfest, was dazu führte, dass 1,2 Mio. Besucherinnen und Besucher in die Kreisstadt strömten. Meistens hatte auch der Wettergott ein Einsehen, so dass der Wetzlarer Hessentag als einer der schönsten Hessentage der vergangenen Jahre angesehen werden darf.

Am 6. Mai 2012 hat das 150-jährige Eisenbahnjubiläum im heimischen Raum stattgefunden. Mehrere Sonderzüge fuhren durch das Kreisgebiet und ganz sicher stellt dieses Jubiläum einen der Höhepunkte des abgelaufenen Jahres dar. Leider hakte es an der einen oder anderen Stelle, so dass auch Unzufriedenheit aufgekommen ist. Trotzdem war es eine beeindruckende Leistung, die die Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt haben und all dies führte zu einer würdigen Begehung des Jubiläums.

Das Jahr 2012 war aus Sicht des Kreises durch die Fortsetzung der Investitionspolitik an Schulen gekennzeichnet. In den vergangenen Jahren wurden über 212 Mio. Euro an Schulen im Lahn-Dill-Kreis investiert. Davon stammt rund ein Viertel aus dem Investitionsprogramm von Bund und Land. Für das Jahr 2013 sind Investitionen an Schulen in Höhe von 66 Mio. Euro vorgesehen. Damit wird die konsequente Sanierung von Schulen fortgesetzt.

Die finanzielle Misere des Kreises war auch 2012 gegeben. Dies betrifft, und das möchte ich auch betonen, nicht nur den Lahn-Dill-Kreis sondern in der Tat nahezu alle hessischen Landkreise. Aufgrund der Aufgabenfülle gelingt es immer weniger, die Haushalte auszugleichen. In der Diskussion ist derzeit, ob der Lahn-Dill-Kreis unter den Schutzschirm des Landes Hessen schlüpft. Dies würde eine Entschuldung von rund 65,9 Mio. Euro bedeuten. Auf der anderen Seite erwartet das Land dazu einschneidende Konsolidierungsmaßnahmen vom Kreis. Diese können nur dort stattfinden, wo auch echte Einsparungen erzielt werden können. Um die vollständige Erbringung von gesetzlichen Pflichtaufgaben kommt der Kreis nicht herum. Nur ein entschlossenes Handeln, was auch dazu führt, dass sich von der einen oder anderen lieb gewonnenen Gewohnheit getrennt werden muss, kann dazu führen, dass der Kreis mittel- und langfristig handlungsfähig bleibt. Und nur dann wenn der Kreis handlungsfähig bleibt, können die politischen Gremien auch in Zukunft gestalten.

Was erwartet uns in 2013?

Anfang Februar 2013 wird der Kreistag über die Inanspruchnahme des Kommunalen Schutzschirms und die damit verbundenen Einsparmaßnahmen entscheiden. Auch wenn die Schwerpunkte der kommunalpolitischen Tätigkeiten in den einzelnen Fraktionen unterschiedlich angelegt sind, so ist doch festzustellen, dass alle das gleiche Ziel eint: Die Leistungsfähigkeit des Kreises zu erhalten. Deshalb setze ich darauf, dass der Kreis die Landeshilfe in Anspruch nimmt, um sich teilweise entschulden zu können und um Handlungsspielräume zu gewinnen. Am gleichen Tag soll über den Haushaltsplan 2013 entschieden werden, der wiederum besondere Schwerpunkte im Bereich der Schulen enthält.

Im Lahn-Dill-Kreis wird mittel- und langfristig eine Breitbandversorgung sowohl der Privathaushalte, als auch insbesondere der Gewerbebetriebe auf Basis eines Hochgeschwindigkeitsnetzes genauso essentiell sein, wie heute bereits andere unabdingbare Infrastrukturen (vgl. Wasser-/Strom- und Straßen-/Schienennetze). Ein leistungsfähiges Hochgeschwindigkeitsnetz für die Telekommunikation wird daher eine wesentliche Voraussetzung für das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der hier ansässigen Unternehmen sein, ebenso wie ein wichtiger Standortfaktor für Familien. Insofern besteht ein deutlicher Handlungsdruck, um die hierfür notwendigen Infrastrukturen zu realisieren.

Vor 150 Jahren führte der Bau der Eisenbahnstrecken zu einer Industrialisierung der Städte und Gemeinden an Lahn und Dill. Wir sind heute einer der am stärksten industrialisierten Landkreise in Deutschland.

Damit dies so bleibt, werde ich mich dafür einsetzen, dass im Spätherbst 2013 mit dem Ausbau der Breitband-Hochgeschwindigkeitsnetze begonnen werden kann.

Ihnen allen Wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2013

Ihr

Wolfgang Schuster
Landrat

Statistische Angaben (Stand 31.12.2011):

Einwohnerzahl: 252.477
davon männlich: 123.854
davon weiblich: 128.623
Fläche: 1.066,52 km²
Kreisangehörige Gemeinden: 23, darunter eine Sonderstatusstadt
Anzahl der Arbeitnehmer: 86.055
Anzahl der Betriebe mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen: 11.779
Anzahl der Wohngebäude: 71.442
Anzahl der Wohnungen: 116.464
Fertiggestellte Wohngebäude und 
Wohnungen 2011 
 
- Wohngebäude: 270
- Wohnungen: 402

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