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Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

Beachten Sie bitte, dass dieser Artikel vor 3550 Tagen veröffentlicht wurde.

Tourismus 2025 - das ändert sich

Studie zeigt Zukunftstrends sowie Schwächen im Lahntal und Westerwald

Herborn/Wetzlar. Wie steht es um den Tourismus in Hessen und in den heimischen Regionen Lahntal und Westerwald? Und welche Zukunft hat der Tourismus, wie sieht es im Jahr 2025 aus? Das sollte eine Studie klären. Das hessische Wirtschaftsministerium hat sie vergangenes Jahr in Auftrag gegeben. Inzwischen liegen die Ergebnisse vor.

Tourismus ist auch in Hessen ein Wirtschaftsfaktor. 30 Millionen Übernachtungen zählte die Studie im Jahr 2012 in hessischen Hotels, Herbergen und Ferienwohnungen. Hinzu kommen rund 227 Millionen Tagesgäste. Zusammen sorgten sie für einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro. Und: In der hessischen Tourismusbranche arbeiten 200 000 Menschen. Bleibt das alles so?

Nein, denn die Grundlage des Tourismus verändert sich: Die Bevölkerung in Deutschland wird weniger, der Anteil der älteren Menschen mehr. Demografischer Wandel heißt das.

Die Studie sagt deshalb für die Zukunft der Tourismuswirtschaft in Hessen Verluste voraus. Die Prognose für das Jahr 2025: 32,7 Millionen weniger Übernachtungen in Hessen, 8,2 Millionen weniger Tagesausflüge nach Hessen, 5,9 Millionen weniger Tagesgeschäftsreisen. Unterm Strich eine halbe Milliarde weniger Umsatz für die hessische Tourismuswirtschaft.

Die Trends in der Zukunft: mehr Auslandsreisen, mehr Gesundheits-, Kultur- und Naturreisen, mehr Autoreisen, weniger Busreisen, Chancen für Städtereisen.

In der Studie heißt es außerdem: "Bedingt durch den demografischen Wandel wird ein Anstieg der älteren Gäste erwartet, die zudem fitter und qualitätsbewusster sein werden. Näherliegende Ziele werden stärker gefragt gefragt (zumindest für den Zusatzurlaub oder kürzere Aufenthalte)."

Chancen des Lahntals: frühe Bindung von jungen Kanu-Touristen

"Sich wandelnde Krankheitsbilder (Stress, Depressionen etc.) verändern auch die Nachfrage im Klinikbereich." Allerdings seien viele Betriebe auf die künftigen Kundenbedürfnisse noch nicht eingestellt.

Die Studie hat auch die einzelnen Tourismusregionen in Hessen unter die Lupe genommen, darunter das Lahntal sowie den hessischen Teil des Westerwaldes. Dabei spielt der Tourismus im Lahntal - also entlang der Städte Marburg, Gießen, Wetzlar, Weilburg und Limburg - eine größere Rolle als im Westerwald. Das Lahntal zählte im Jahr 2012 knapp 1,6 Millionen Übernachtungen, der hessische Teil des Westerwalds nur rund 129 000. Das Lahntal machte 2012 mit dem Tourismus einen Umsatz von 217 Millionen Euro, der hessische Teil des Westerwaldes nur 17 Millionen Euro.

- Lahntal: Stärken seien unter anderem die Fokussierung auf den Aktivtourismus (Rad, Wandern und Kanu), die gute Anbindung ans Rheinland und das Rhein-Main-Gebiet (Autobahnen 3 und 45 sowie ICE-Halt in Limburg) sowie ein hoher Anteil von Campingplätzen und Betten in Jugendherbergen. Die Chancen des Lahntals: eine frühzeitige Bindung von jungem Publikum (Kanutouristen) und eine steigende Nachfrage nach wassertouristischen Angeboten. Schwächen seien unter anderem der Mangel an Freizeiteinrichtungen; das Übernachtungsangebot müsse ausgebaut werden. Als Risiken für die Zukunft sieht die Studie unter anderem: "Passivität der Akteure" sowie eine Fokussierung allein auf die Lahn.

- Westerwald: Die Stärken des Westerwaldes seien ebenfalls die gute Verkehrsanbindung sowie ein hoher Anteil von Campingplätzen und Betten in Jugendherbergen. Chancen lägen in einer intensiveren Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz. Die Liste mit den Schwächen ist jedoch viel länger: Randlage in Hessen, schwache regionale Organisation, wenig Zusammenarbeit zwischen den Länder (der rheinland-pfälzische Teil sei deutlich aktiver), schwaches touristisches Angebot (auf der hessischen Seite), zum Teil nicht marktgerechtes Beherbergungsangebot (nur geringer Anteil an Hotelbetten), keine touristische Alleinstellung.

Die Studie fordert für ländliche Urlaubsregionen wie Lahntal und Westerwald: Angebote für Aktivurlaube sollten ausgebaut und vor allem vernetzt werden, um so auch ein jüngere Publikum zu gewinnen. In der Studie heißt es weiter: "Natur und gesunde Bewegung darin können bewusst als Gegenwelt zu den Ballungsräumen inszeniert und herausgestellt werden."

Die komplette Studie steht unter https://wirtschaft.hessen.de//sites/default/files/media/hmwvl/zukunftstrends_im_tourismus_-_wirtschaftliche_auswirkungen_des_demographischen_wandels_auf_den_tourismus_in_hessen_0.pdf

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