Verleihung des Denkmalschutzpreises 2009

Wetzlar / Dillenburg, 28. Mai 2010

Der Denkmalschutzpreis des Lahn-Dill-Kreises wird in diesem Jahr bereits zum vierten Mal vergeben. Er ist mit 5.000,00 Euro Preisgeld verbunden. Der Denkmalbeirat übernimmt die Aufgabe der Fachjury. Der Denkmalschutzpreis kann als Einzelpreis und für bis zu drei denkmalpflegerisch gut gelungene Objekte gewährt werden. Der bzw. die Preisträger sind aus den im Vorjahr eingegangenen Zuwendungs- und Genehmigungsanträgen zu ermitteln.

In diesem Jahr wird er als Einzelpreis an Hubertus Winter für die Restaurierung des Stadtschlosses in Dillenburg vergeben.

Die Geschichte des Stadtschlosses

Das Untertor in Dillenburg wurde erstmalig urkundlich im Jahr 1594 im Zusammenhang mit dem Bau einer Befestigungsanlage erwähnt. Damals wurde der massive Torbau durch ein Fachwerk aufgestockt, in dem die Torwachen untergebracht waren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg zog das Gericht in die Räumlichkeiten ein. 1735 erwarb Fürst Christian von Nassau-Dillenburg ein westlich vom Untertor gelegenes Bürgerhaus. Er beabsichtigte, für seine Gemahlin Fürstin Isabella einen standesgemäßen Wohnsitz zu schaffen. Er wollte die zerrüttete Ehe unter einem Dach mit ihr nicht fortsetzen.

Im Zuge der Planungen ihrer neuen Residenz beabsichtigte Fürstin Isabella jedoch, auch das benachbarte Torhaus zu nutzen. Diesem Plan standen die Dillenburger Stadträte ablehnend gegenüber. Im April 1737 wurde dann doch eine Abtretungserklärung zu Gunsten der Fürstin unterschrieben. So wurde das Doppelhaus und das Torhaus zu dem bis heute sichtbaren barocken Gebäudekomplex, dem Stadtschloss, vereinigt.

Nach dem Tode der Fürstin im Jahr 1757 erlebte das Gebäude eine wechselvolle Geschichte. Anfang 2000 stand das Gebäude leer und war somit dem Verfall und fortwährendem Vandalismus ausgesetzt.

Die Restaurierung des Stadtschlosses

Im Herbst 2006 wurde das Stadtschloss von Herrn Hubertus Winter, dem Geschäftsführer der B & V Bauträger- und Verwertungsgesellschaft mit Sitz in Wetzlar, erworben. Herrn Winter ist es mit seinem unternehmerischen Engagement, großem Mut und erheblichen finanziellen Aufwendungen gelungen, die hervorragende Restaurierung des Stadtschlosses zu bewältigen. Nachhaltig zum Erfolg trug die Stadt Dillenburg mit Ihrer Entscheidung bei, das gesamte Erdgeschoss zu erwerben und dort die Stadtbücherei unterzubringen. In den beiden Obergeschossen und dem ausgebauten Dachboden entstanden neun hochwertige Eigentumswohnungen.

Das Sanierungsziel, das Stadtschloss wieder in den authentischen barocken Zustand zu versetzen, ist erreicht worden. Im Zuge der Sanierung ist es auch gelungen, allen Anforderungen der Denkmalpflege gerecht zu werden und dies unter der Einhaltung der Energieeinsparverordnung, dem erhöhten Schallschutz sowie der hohen Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz. Auch Zugeständnisse an den heutigen Wohnkomfort wurden durch den Anbau von Balkonen oder des Aufzuges hervorragend gelöst.

Die Stadtbücherei mit ihrer zentralen Lage und Annehmlichkeiten wie einer Leseterrasse oder eines Lesecafes findet großen Zuspruch in der Bevölkerung. Durch die geschickte Planung gibt es auch keine Konflikte zwischen den Nutzern der Bücherei und den Bewohnern der Eigentumswohnungen.

In ihrem heutigen Erscheinungsbild, am Eingang der Stadt, ist die ehemalige Residenz der Fürstin Isabella eine Augenweide für die Besucher und auch die Durchreisenden Dillenburgs.

Bild:
Preisträger: Hubertus Winter
Bürgermeister:Michael Lotz
Vertreter LDK:Landrat Wolfgang Schuster
Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Hofmann
Kreistagsvorsitzende Elisabeth Müller
Vors. Ausschuss Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft Eberhard Horne
Vors. Denkmalschutzbeirat Axel Hahn

 

Zurück