Pressespiegel & Aktuelles

Pressespiegel & Aktuelles - Archiv von Wolfgang Schuster

Beachten Sie bitte, dass dieser Artikel vor 3733 Tagen veröffentlicht wurde.

Wie weiter mit den Schulen?

Weniger Schülerzahlen: Fünfte Klassen in Merkenbach und Erda stehen vor dem Aus

Herborn-Merkenbach/Sinn/Hohenahr-Erda. Ab dem nächsten Schuljahr stehen die fünften Klassen in der Neuen Friedensschule in Merkenbach sowie in der Dünsbergschule in Erda vor dem Aus. Grund: zu wenige Schüler.

Das deutete Vize-Landrat und Schuldezernent Heinz Schreiber (Grüne) in der Sitzung des Kreis-Jugendausschusses am Dienstag in Wetzlar an.

- Kestnerschule, Wetzlar: In der Wetzlarer Kestnerschule kam wegen der zu geringen Schülerzahl bereits vergangenes Jahr keine fünfte Klasse mehr zustande. In diesem Sommer wird die Schule komplett geschlossen. Denn die Zahl der Schüler reiche auch nicht mehr aus, um nach der Förderstufe zwei Klassen - eine Haupt- und eine Realschulklasse - zu bilden. Einen Gymnasialzweig gibt es an der Kestnerschule mangels Schülern schon seit Jahren nicht mehr. Nach den Osterferien will Schreiber bekannt geben, auf welche andere Wetzlarer Schulen die Klassen verteilt werden. Das Staatliche Schulamt habe empfohlen, die Schüler sollten innerhalb ihrer jetzigen Klassen zusammenbleiben und komplett an die anderen Schulen umgesiedelt werden - inklusive der Lehrer in den Hauptfächern.

- Dünsbergschule, Erda: Ähnliche Situation an der Dünsbergschule in Erda (Grundschule mit Förderstufe). Laut Schreiber haben sich für die Förderstufe in Erda nur 21 Schüler für das kommende Schuljahr angemeldet. Voraussetzung sind aber mindestens 28 Schüler. Denn es müssen mindestens zwei Klassen mit jeweils mindestens 14 Schülern gewährleistet sein. Nur so können die Schüler auch in unterschiedliche Leistungsgruppen verteilt werden.

Nun gebe es eine Debatte an der Erdaer Schule: Wie können die Schüler weiter dort unterrichtet werden? Eltern hätten bereits 800 Unterschriften gesammelt. Schreiber: "Wir unterstützen den Antrag." Allerdings würden die Schulgesetze anderes vorschreiben. Und so glaube auch das Schulamt nicht, dass das hessische Kultusministerium noch eine fünfte Klasse in Erda genehmige.

Eltern sammeln Unterschriften

Der Schulentwicklungsplan hatte für das Schuljahr 2014/2015 in Erda noch 33 Schüler in der fünften Klasse vorausgesagt. Laut Plan wäre die Schülerzahl erst 2017 mit 26 Fünftklässlern unter das Mindestmaß von 28 gefallen. Allerdings ist der Plan nur eine Hochrechnung. Zum Vergleich: 2000 gingen noch 74 Fünftklässler in die Dünsbergschule, 2009 noch 49.

Von einem Ende der fünften Klasse in Erda wären vor allem die Gesamtschule in Wettenberg sowie die Johann-Heinrich-Alsted-Schule in Mittenaar betroffen. Dorthin wechselten bisher viele der Erdaer Schüler im Anschluss an die Förderstufe.

- Neue Friedensschule, Merkenbach: Auf Anfrage von CDU-Kreistagsabgeordnetem Dieter Steinruck, ehemaliger Leiter der Ehringshäuser Johannes-Gutenberg-Schule, räumte Schreiber am Dienstag ein, dass es auch ein "ähnliches Thema" an der Neuen Friedensschule in Merkenbach (Haupt- und Realschule) gebe.

Wie Schulleiterin Anne Bauk-van Vugt gestern auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, hatten sich für das kommende fünfte Schuljahr nur noch 19 Schüler angemeldet - zu wenig für zwei Klassen. So wechseln viele Grundschüler von den Grundschulstandort in Sinn, Fleisbach und Hörbach der Neuen Friedensschule nicht mehr nach Merkenbach, sondern nach Ehringshausen und an die Herborner Comeniusschule. Bauk-van Vugt sagt: Schulleitung und Lehrer bedauerten das Aus für die fünfte Klasse, "wir müssen aber den Elternwunsch respektieren."

Schulamt und Schuldezernent hätten die Schule bereits informiert, dass nach den Sommerferien keine fünfte Klasse mehr gebildet werden dürfe. Die Schulleitung habe gestern ein entsprechendes Schreiben an die Eltern geschickt.

Die Eltern dieser 19 künftigen Fünftklässler müssten sich nun nach einem anderen Schulstandort umsehen.

Bauk-van Vugt stellt aber klar: "Alle bestehenden Klassen laufen weiter. Da muss sich niemand ängstigen." Dennoch befürchtet sie, dass die Schule damit irgendwann ausläuft. "Das ist aber eine politische Entscheidung."

Zurück zur Newsübersicht