Zwischenstand bei den Ausbildungsplatzahlen: Im nördlichen Lahn-Dill-Kreis deutlicher Rückgang zu befürchten

PRESSEMITTEILUNG Deutscher Gewerkschaftsbund

Seit Ende Mai liegen die Zahlen zum Ausbildungsstellemarkt für den Monat Mai diesen Jahres vor. Für den Lahn-Dill-Kreis gibt die Bundesagentur für Arbeit einen Rückgang um 140 betriebliche Ausbildungsstellen an, was einem Minus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Anstelle von 1.406 Stellen im Jahr 2014 / 2015 werden aktuell nur noch 1.264 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Auf Nachfrage des DGB Mittelhessen erklärte die Bundesagentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, dass die Stellen vor allem im nördlichen Lahn-Dill-Kreis und dort vor allem in Dillenburg wegfallen. Vor allem größere industrielle Bertriebe haben weniger Ausbildungsstellen gemeldet.  

„Diese Zahlen deuten eine besorgniserregende Tendenz für den Ausbildungsstellenmarkt im Lahn-Dill-Kreis an, auch wenn sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht überbewertet werden dürfen.“ unterstreicht Anna Leona Gerhardt, Jugendbildungsreferentin der DGB-Jugend Mittelhessen. Erst am Ende des Berufsberatungsjahres im Oktober, wird man eine finale Einschätzung zum Ausbildungsjahr 2016 treffen können. Weiter betont Gerhardt: „Dieser Trend darf sich nicht stabilisieren, denn es gibt jetzt schon viel zu wenige Ausbildungsstellen um allen interessierten Bewerber_innen einen Zugang in eine berufliche Erstausbildung zu ermöglichen. Der Abbau weitere Stellen verschärft die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt im Lahn-Dill-Kreis zusätzlich. Neben einem Studium bildet die duale Ausbildung immer noch den Grundstein für einen erfolgreichen Start ins Arbeitsleben und garantiert den Fachkräftenachwuchs in der Region.“  

Wie problematisch die Situation im Lahn-Dill-Kreis ist, zeigt der genauere Blick auf die Zahlen: Den 1.783 gemeldeten Bewerber_innen für eine neue Ausbildungsstelle im Lahn-DillKreis, stehen zurzeit gerade einmal 1.264 betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber. Für die 717 bisher unversorgten Bewerber_inen bleiben 528 offene Ausbildungsstellen. „Ein auswahlfähiges Ausbildungsplatzangebot, wie die DGB-Jugend es fordert, sieht anders aus.“ so Gerhardt.

Nimmt man die 199 Bewerber_innen mit alternativem Verbleib (Berwerber_innen mit Alternative zum 30.09.) sowie die 415 „anderen ehemalige Bewerber_innen“ mit zu der Gruppe der „unversorgten Bewerber_innen“ hinzu, verschärft sich die Stellensituation noch einmal deutlich. Diese jungen Menschen haben bei der Arbeitsagentur gemeldet, dass sie eine Alternative zum Beginn einer Ausbildung gefunden haben, erhalten ihren Vermittlungsauftrag aber weiter aufrecht. Für die Arbeitsagentur gelten sie als versorgt, weshalb sie diese Bewerber_innen aus ihrer Statistik herausstreicht. Tatsächlich suchen die jungen Menschen aber weiter nach einer Ausbildungsstelle.

„Wir fordern die Arbeitgeber auf, ihre Hausaufgaben zu machen. Der Vereinbarung im Bündnis für Ausbildung in Hessen, die duale Ausbildung zu stärken, müssen Taten folgen. Anstelle von Ausbildungsplatzabbau, müssen neue, zusätzliche Stellen geschaffen werden. Dabei können mit Hilfe der assistierten Ausbildung und der Ausweitung der ausbildungsbegleitenden Hilfen Maßnahmen ergriffen werden, die Jugendliche, die Unterstützung brauchen besonders Fördern.“ so Gerhardt.

Für weitere Informationen oder ein Hintergrundgespräch stehe ich Ihnen sehr gerne zu Verfügung. Kontakt: Anna Leona Gerhardt – Jugendbildungsreferentin DGB-Jugend Mittelhessen- Walltorstr.17, 35390 Gießen annaleona.gerhardt@dgb.de Tel.: 0151 / 51109239  

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